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Auch Grünen-Politiker Robert Habeck gefordert

Massive Schäden an Atommüllfässern im stillgelegten AKW Brunsbüttel

Freitag, 10 Oktober 2014 16:20 geschrieben von  Susanne Hagel
Robert Habeck Robert Habeck Bild: © Olaf Bathke

Berlin - Wie eine Inspektion der Kavernen im stillgelegten Kernkraftwerk Brunsbüttel in Schleswig-Holstein ergab, sind 102 der dort lagernden 335 Atommüllfässer stark beschädigt. Dies teilte das zuständige Umweltministerium mit.

Damit erhöhte sich erneut die Zahl der als "stark beschädigt" eingestuften Fässer. Bereits Ende September fielen bei einer Inspektion 55 Fässer durch. Unter starken Schäden verstehen die Experten Korrosionsschäden der Wände der Fässer, austretenden Inhalt oder lose Deckel. Der Betreiber Vattenfall bemühte sich zu betonen, dass die Kavernen dennoch sicher sind: "weder für das Personal noch für die Bevölkerung besteht Gefahr".

Am heutigen Tage erfolgt die Inspektion einer vorletzten der insgesamt sechs Kaverne mit Prüfung der Fässer. Bis Ende des Jahres solle die Prüfung abgeschlossen sein und die Bergung der beschädigten Fässer beginnen, heißt es. Wie die Atomaufsicht mitteilte, wolle man damit einer Zustandsverschlechterung der mit schwach- bis mittelstark radioaktivem Material bestückten Fässern vorbeugen. Vattenfall müsse hierzu sein Bergungskonzept jedoch erweitern.

Robert Habeck (die Grünen), stellvertretender Ministerpräsident von Schleswig-Holstein und Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume bezeichnete die Kavernen dennoch als sicher. Die Betonwände und Betondeckel der Kavernen seien eine "sichere Schutzbarriere für Mensch und Umwelt". Habeck als Mitglied der Endlagersuchkommission, die die Aufgabe hat, entsprechend dem Standortauswahlgesetz bis Ende 2015 geeignete Endlagerplätze zu suchen, kritisierte erst kürzlich den Passus, ein Endlager müsse eine Sicherheit für einen Zeitraum von einer Million Jahren gewährleisten. "Wer das glaubt, gaukelt sich und anderen etwas vor." Vielmehr müsse man statt von einer Endlagerung "nur noch von langfristig sicherer Lagerung" sprechen und daran arbeiten, den Atommüll so zu lagern, dass er jederzeit "problemlos wieder aus dem Lager" geholt und transportiert werden könne. Gerade in Brunsbüttel zeige sich deutlich, welch große Rolle dieser Fakt in der Planung der Atommülllagerung spielen müsse.

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