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„Wie vor dem Ersten Weltkrieg“

MdEP Ewald Stadler im russischen Fernsehen: „Amerika will die Hegemonie“

Freitag, 23 Mai 2014 03:50 geschrieben von  Jens Hastreiter
Magister Ewald Stadler, MdEP Magister Ewald Stadler, MdEP Quelle: pour-erika.de

Wien - Großer Auftritt für den österreichischen Europaabgeordneten Ewald Stadler im russischen Fernsehen: In einem Dokumentarfilm des staatlichen Senders „Rossija 24“  zur Ukraine-Krise kommt auch der REKOS-Spitzenkandidat bei der EU-Wahl zu Wort. Unter anderem legt er in seinem Beitrag die Absichten des Westens dar, Russland „in mindestens drei Teile” zu zerlegen.

Stadlers deutscher Originalton ist großteils unhörbar, seine Antworten, in denen er zunächst über westliche Pläne in Bezug auf Russland spricht, sind russisch synchronisiert. „Eine der grundlegenden Ideen des Westens ist es, Russland in mindestens drei Teile zu zerlegen", sagt der EU-Parlamentarier in dem Film . Mit den neuen NATO-Mitgliedschaften im ehemaligen Ostblock sowie einer geplanten Aufnahme von Georgien und der Ukraine wollten die militärischen Strukturen des Westens, so Stadler, Russland einkreisen und mehr Einfluss in Zentralasien erlangen.

Die aktuelle Situation, führt Stadler aus, stelle sich ähnlich dar wie vor dem Ersten Weltkrieg. Allerdings spielten nunmehr die USA, die eine globale Hegemonie anstrebten, die Hauptrolle: „Nur große Staaten wie Russland und China stehen Amerika dabei im Weg."

Stadler übt in dem Filmbeitrag auch deutliche Kritik an der ukrainischen Swoboda-Partei, die seit dem Februar-Putsch an der Kiewer Übergangsregierung beteiligt ist und die er als „faschistisch” bezeichnet: „Es ist ein Skandal, dass die EU mit diesen Menschen Verträge abschließt.” Außerdem sei der ukrainische Premier Arseni Jazenjuk Mitglied einer „amerikanischen Sekte". Schließlich warnt der österreichische EU-Politiker die ukrainische Bevölkerung noch davor, sich auf Versprechungen von USA, der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWFR) zu verlassen: „Diese Versprechungen werden nicht eingehalten, die EU schafft es auch nicht, die Krise in Griechenland zu überwinden."

Bei dem 24-minütigen Film, der nach einer Erstausstrahlung im russischen Staatssender „Rossija 24“ auch auf dem Internetportal ukraina.ru abgerufen werden kann, handelt es sich um eine Produktion des staatlichen Medienkonzerns „Rossija Sewodnja“ (Russland heute). Der Konzern unter Leitung des prominenten, aber auch umstrittenen Fernsehmoderators Dmitri Kisseljow ist für die Kommunikation russischer Sichtweisen im Ausland zuständig.

Die inhaltliche Verantwortung für die Internetseite trägt die Kiewer Journalistin Aljona Beresowskaja, die in der Vergangenheit über den gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch berichtet und gleichzeitig als seine Vertraute gegolten hatte. Das Portal solle ein „Spiegel der russisch-ukrainischen Beziehungen” sein, erklärte Frau Beresowskaja, und die Freundschaft der beiden Völker festigen.

Stadler, der erst jüngst im Zusammenhang mit Panzertransporten durch Österreich und Ungarn von „Kriegsvorbereitungen“ des Westens gesprochen hatte, liegt mit seinen Ausführungen über amerikanische Aufspaltungsabsichten gegenüber Russland im übrigen nicht falsch; bereits unmittelbar nach der offiziellen Auflösung der Sowjetunion im Dezember 1991 setzten in amerikanischen „think tanks“ rege Diskussionen über die künftige territoriale Gestaltung der sowjetischen Konkursmasse ein. Dabei kamen auch verschiedene Modelle einer territorialen Aufspaltung der postsowjetischen Landmasse zur Diskussion, was unter anderem von dem Schriftsteller und Nobelpreisträger Alexander Soschenizyn heftig kritisiert wurde.

Letzte Änderung am Freitag, 23 Mai 2014 04:02
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