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Muttimodus

Merkels Asyllagerpremiere

Donnerstag, 27 August 2015 15:49 geschrieben von  Susanne Hagel
Bundeskanzlerin Angela Merkel Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: Bundesregierung / Foto: Guido Bergmann

Berlin - Nachdem die Proteste der Asylgegner trotz massiver negativer Kritik in allen Medien und schweren Antifageschützen nicht abflachten und dann auch noch SPD-Chef Sigmar Gabriel mit seinem Besuch im ehemaligen Heidenauer Baumarkt und jetzigem Asylheim vorgeprescht war, musste zwangsläufig auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mal vorbeischauen. Immerhin kam Merkel dabei, im Gegensatz zu ihrem Vizekanzler vor zwei Tagen, ohne Beleidigungen der protestierenden Sachsen in Heidenau aus.

Diese hatten Gabriels Beschimpfung jedoch noch nicht vergessen und skandierten lautstark „Wir sind das Pack!“ als die Bundeskanzlerin das Heim erreichte. Auch Buhrufe und Pfiffe, sowie ein Hubkonzert begrüßten die CDU-Politikerin, von den Anwesenden auch als „Volksverräterin“ betitelt, vor Ort. Merkel verurteilte die Asylkritiker daraufhin ebenfalls und bedankte sich bei „denen, die auch vor Ort Hass zu ertragen haben, dass sie das ertragen.“ Gemeint sei wohl vor allem der Heidenauer Oberbürgermeister Jürgen Opitz, der sich mutig auf Seiten der Asylanten stellte.

„Es gibt keine Toleranz gegenüber jenen, die die Würde anderer Menschen infrage stellen und die nicht bereit sind, zu helfen, wo rechtlich und menschlich Hilfe geboten ist“, erklärte Merkel weiter. Sie betonte, gemeinsam werde man „alle Anstrengungen unternehmen, deutlich zu machen: Deutschland hilft, wo Hilfe geboten ist.“ Die massiv steigende Anzahl an Asylantragstellern werde „noch viel Kraft verlangen“, weshalb Bund, Länder und Kommunen eng zusammenarbeiten müssten, erklärte sie. Allerdings könne man auch nicht so tun, „als wenn wir in einem ganz normalen Zustand wären“. Die Bundeskanzlerin wolle deshalb nach der Sommerpause einige Gesetzesänderungen einreichen und „neue Wege gehen“.

Gabriel schwang sich ebenfalls noch einmal zum Kritiker der Asylkritiker auf und verkündete: „Das Bild, das die Ausländerfeinde und Rechtsradikalen über Deutschland verbreiten, ist ein Zerrbild.“ In Wahrheit gebe es hunderttausendfache Hilfsbereitschaft gegenüber den Asylbewerbern. Die Asylkritiker sind seit heute auch nicht mehr nur „rechtes Pack“ wie noch am Montag, sondern bereits mit Terroristen zu vergleichen: „Ich glaube, dass es wichtig ist, darauf gerade in diesen Tagen hinzuweisen, wo eine verschwindende, aber gewaltbereite und terroristische Minderheit versucht, Deutschlands Bild zu verzerren.“

Als dritter im Bunde darf natürlich auch Bundespräsident Joachim Gauck nicht fehlen. Dieser teilte Deutschland anlässlich der Asylproteste ein zweites Mal: in das „helle Deutschland“ der vielen freiwilligen Helfer, die als „leuchtende“ Beispiele voranschritten und der Asylpolitik wohlgesonnen gegenüber stehen und das „Dunkeldeutschland“, welches von „Hetzern und Brandstiftern“ regiert würde, die das Land mit ihrer Kritik an der Asylpolitik verunzieren.

Man könnte Merkel, Gabriel, Gauck und Co auch unterstellen, sie schürten den bestehenden Konflikt mit ihren Auftritten geradezu an oder unternehmen zumindest nichts, um die Situation auch nur ansatzweise zu beruhigen.

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