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Fingerabdrücke überführten

Mutmaßlicher Pirat beantragte in Deutschland Asyl

Donnerstag, 04 September 2014 15:26 geschrieben von  Susanne Hagel
Piraten vor der Festnahme Piraten vor der Festnahme Bild: © US-Army

Eisenach - In Eisenach wurde ein Asylbewerber aus Somalia festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, einer der Piraten zu sein, die 2011 den Frachter "Susan K" vor der Küste Omans entführt haben.

Dieses wurde am 7. April 2011 im Golf von Aden auf dem Weg in den Sudan von rund einem Dutzend Piraten gekapert. Die zehn Seeleute der "Susan K" blieben 70 Tage in der Gewalt der Piraten, die ihren Geiseln erheblichem psychischen Druck aussetzten bis die Reederei schließlich der Zahlung eines Lösegeldes in Höhe von 3,5 Millionen Euro zustimmte und dieses mittels einem Helikopter über den Piraten abwerfen ließ. Nach Freilassung des Frachters sicherte die Polizei Spuren, unter anderem auch den Fingerabdruck des nun in Deutschland festgenommenen Asylantragstellers. Da zur Einreise und Antragstellung in Deutschland ebenfalls Fingerabdrücke aufgenommen werden, konnte der ehemalige Pirat ausgemacht werden.

Erst im April diesen Jahres wurde ein ähnlicher Fall in Osnabrück verhandelt. Auch hier hatte ein somalischer Pirat Antrag auf Asyl in Deutschland gestellt und konnte ebenfalls mit Hilfe eines Fingerabdrucks als Schiffsentführer der 2010 gekaperten "Marida Marguerite" identifiziert werden. Er wurde in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Gießen festgenommen. Die 22 Besatzungsmitglieder befanden sich insgesamt acht Monate in der Gewalt der Entführer, ehe ihre Freilassung durch Zahlung eines Lösegeldes in Höhe von 4,2 Millionen Euro Ende 2010 erwirkt werden konnte. Der teils geständige Pirat, der unter anderem an der Aufteilung des Lösegeldes beteiligt gewesen war, erhielt zwölf Jahre Haft.

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