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Raumfahrttechnischer Sanktionsbruch:

NASA droht millionenschwere Zahlung an russische Raumfahrtbehörde

Mittwoch, 12 August 2015 01:24 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Logo der NASA Logo der NASA Quelle: National Aeronautics and Space Administration

Moskau - Hängt die US-amerikanische bemannte Raumfahrt womöglich am seidenen Faden russischer Technologie? Immerhin ist es erstaunlich, daß inmitten des neu aufgeflammten „Kalten Krieges“ aus der westlichen Hegemonialmacht USA Millionenbeträge an die russische Raumfahrtbehörde fließen sollen. Doch war seitens russischer Auslandsmedien zu hören, daß die NASA selbst ankündigte, aufgrund stark zusammengestrichener Mittel einen Kooperationsvertrag in Höhe von 490 Mio. $ mit der russischen Weltraumagentur Roskomos zu verlängern. Bezeichnenderweise für die sich stets als Weltmacht gerierende USA räumte NASA-Administrator Charles Bolden in einem Schreiben an den Kongress sogar ein, daß die russische bemannte Raumfahrt die US-amerikanische abgehängt habe.

Konkret geht es um Investitionen in das einzige Raumfahrtzeug, mit dem die USA Astronauten zur ISS transportieren kann. Alternativen zu Roskomos scheint es nicht zu geben, da dies nach Beendigung des Space-Shuttle-Programms 2011 der einzige Anbieter sei, der Astronauten ins All befördere. Vom amerikanischen Boden aus führen also derzeit keine bemannten Wege ins All. Hierfür ist Uncel Sam auf die russische Sojus-Kapsel angewiesen. Eine Vertragsverlängerung mit Roskosmos hätte eine Laufzeit bis 2019. Laut Bolden sind darüber hinaus noch weitere wichtige US-Raumprogramme in Gefahr, sollten die Abgeordneten diesbezügliche Finanzmittel in der Größenordnung von 1,24 Mrd. $ nicht freigeben. Der amerikanischen Öffentlichkeit dürften Berichterstattungen solcherart nicht gefallen, ist es doch zum einen kein Zeichen von Stärke, seiner rasselnden Sanktionsrhetorik in der Praxis nicht nachkommen zu können sowie auch der Anschein einer gewissen technologischen Inferiorität ebenfalls nicht geeignet ist, in der Welt selbstbewußt die Brust zu schwellen.

Möglicherweise befördert die freimütige Berichterstattung russischer Stellen zwar geradezu die Freigabe der benötigten Gelder für die jeweiligen NASA-Programme, jedoch verlöre Russland dabei schlimmstenfalls einen 490 Millionen-Dollar-Auftrag, wohingegen die Haushaltsbelastung der USA deutlich über einer Milliarde liegen würde. Und es ist ein offenes Geheimnis, daß zumindest die Verschuldungssituation der USA in jedem Falle astronomischen Kriterien gerecht wird. Unabhängig davon, wie sich die Angelegenheit nun weiterentwickeln mag, stellt es für die USA zweifelsohne einen Imageschaden dar.

Letzte Änderung am Mittwoch, 12 August 2015 01:30
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