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Bernd Fabritius folgt Erika Steinbach

Neuer BdV-Präsident wünscht engeren Dialog mit Polen

Freitag, 07 November 2014 15:27 geschrieben von  Susanne Hagel
BdV - Bund der Vertriebenen BdV - Bund der Vertriebenen Quelle: bund-der-vertriebenen.de

Berlin - Heute soll Bernd Fabritius zum neuen Präsidenten des Bundes der Vertriebenen (BdV) gewählt werden. Dieser will sich für einen stärkeren Ausgleich mit Polen einsetzen und nimmt Abstand von bisherigen Forderungen nach finanzieller Entschädigung.

Wie Fabritius in Berlin mitteilte, wolle er den Dialog mit Polen künftig enger gestalten. Dies gelte sowohl für die noch immer in Polen lebenden Deutschen, als auch für die "Repräsentanten des offiziellen Polens". Das Verhältnis zwischen Polen und dem BdV gilt seit Jahrzehnten als schwer belastet. Vor allem die Frage nach Entschädigung der Vertriebenen für nach dem Zweiten Weltkrieg enteigneten Besitz und die damit verbundenen möglichen finanzielle Ausgleichsforderungen erschwerten den Dialog erheblich. Davon will der CSU-Politiker künftig Abstand nehmen. "Es geht vor diesem Hintergrund darum, überhaupt einen Dialog in Gang kommen zu lassen", so Fabritius. "Im 21. Jahrhundert wird es nicht mehr vorrangig um materiellen Ausgleich gehen." Stattdessen erklärte er es zum Ziel der Verbliebenen, eine Rehabilitierung von dem "unerträglichen Vorwurf", sie selbst trügen die Schuld an ihrem Schicksal, zu erlangen. Er wolle dies "in einem freundschaftlichen Dialog" klären. Er hoffe, dass der nun erfolgende Generationswechsel beim BdV endlich für ein Ende des von polnischer Seite immer noch vorherrschenden "Feindbilddenkens" beitragen werde. Positive Signale habe es bereits von Seiten des polnischen Präsidenten Bronislaw Komorowski gegeben. Dieser habe im September im Deutschen Bundestag von einer deutsch-polnischen Verantwortungsgemeinschaft gesprochen. Da Komorowski das Schicksal der Vertreibung selbst kennt, er wurde einst aus dem Baltikum vertrieben, bringe er, so Fabritius, die für einen offenen Dialog nötige "Empathie für das Schicksal von Vertriebenen" mit.

Fabritius langjährige Vorgängerin Erika Steinbach hatte in der Vergangenheit wiederholt das Nachbarland für seine starre Haltung kritisiert. Sie habe während ihrer Amtszeit mehrfach vergeblich "beide Hände nach Polen ausgestreckt", bedauerte Steinbach.

Fabritius und Steinbach erklärten, angesichts der derzeitigen Vertreibungspolitik in Afghanistan, Irak und Syrien, stünden die dreizehn Beratungsstellen des BdV auch diesen Menschen offen. "Viele Vertriebene der heutigen Zeit nehmen diese Beratung in Anspruch, weil sie zu Recht von uns Empathie erwarten können", so Fabritius. Er betonte aber zugleich, der Schwerpunkt der Beratungen liege weiterhin bei Aussiedlern aus Russland und anderen osteuropäischen Staaten. Vor allem, weil die BdV-Berater aufgrund ihrer eigenen Vergangenheit deren Sprachen beherrschen. "Wir beschränken uns nicht darauf, uns im eigenen Schicksal zu vergraben", sagte Erika Steinbach. "Vertreibung ist leider auch ein Thema von heute"

Die Mitgliederzahl der dem BdV angeschlossenen Vertriebenenverbände liegt derzeit bei etwa 1,3 Millionen Menschen.

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