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Alexander Gauland gegen Bernd Lucke

Neuer Zoff bei der AfD

Freitag, 21 November 2014 16:03 geschrieben von  Torsten Müller
AfD-Politiker Alexander Gauland AfD-Politiker Alexander Gauland Quelle: AfD

Potsdam - Nachdem der AfD-Europaabgeordnete und Vizechef der Partei, Hans-Olaf Henkel schon vor einigen Wochen kundtat, dass er sich bisweilen für die Mitglieder schäme, droht nun neuer Ärger über die noch junge Partei zu kommen.

Der andere Vize-Vorsitzende, Alexander Gauland, der mittlerweile im Landtag von Brandenburg sitzt, warf dem Bundessprecher der AfD, Bernd Lucke nun vor, ein „Kontrollfreak“ zu sein. Lucke wolle auch noch in den kleinsten Landesverband hineinregieren, so Gauland. Darüber hinaus habe es Gauland verstimmt, dass Lucke gerne alleiniger Vorsitzender werden wolle. Dazu Gauland wörtlich: „Der Versuch, einen einzelnen starken Vorsitzenden zu installieren, erinnert mich an Frau Merkel.“ Bisher steht ein Dreiergespann aus Lucke, dem Publizisten Konrad Adam und der sächsischen AfD-Landesvorsitzenden Frauke Petry an der Spitze.

Lucke wolle sich vorerst nicht öffentlich zu den Vorwürfen Gaulands äußern. Lucke dazu wörtlich: „Alexander Gaulands Verhalten macht mich sprachlos.“ Ende Januar wolle er auf dem kommenden Satzungsparteitag Stellung zu den Anschuldigungen beziehen. Lucke gelingt es seit seinem Einzug ins Europaparlament immer weniger, die sich zunehmend zerstreitende Partei unter Kontrolle zu halten. Auf Kritik reagiert er immer dünnheutiger, er vertraut mittlerweile kaum noch jemandem. Ein Teilnehmer an der kürzlich stattgefundenen Klausurtagung sagte dazu: „Wir müssen uns fragen, ob wir ausschließlich aus Brüssel geführt werden wollen. Und wir müssen uns auch fragen, ob diese Ämterhäufung sinnvoll ist.“

Zahlreiche Landesverbände drohen zu zerbrechen, weil Personalquerelen und Intrigen ernsthafte Politik unmöglich machen. Ausschlussverfahren und gegenseitige Strafanzeigen gehören in der AfD zur Tagesordnung.

Erst vor wenigen Wochen legte sich Gauland mit dem anderen Vize-Vorsitzenden Henkel an, da dieser sich abwertend gegenüber so genannten Verschwörungstheoretikern in der AfD geäußert hatte. Daraufhin hatte Gauland Henkel nahegelegt, die Partei doch besser zu verlassen. Während Henkel einen radikal marktliberalen Kurs vertritt, verortet sich Gauland eher als Konservativer. Beides lässt sich in der AfD offenbar immer schwieriger vereinbaren, wie man an den unterschiedlichen Positionen zu Russland, zum Freihandelsabkommen TTIP und zur Asylproblematik unschwer erkennen kann.

Die Medien hofierten die AfD so stark, dass es ihr binnen kurzer Zeit gelungen ist, ins Europäische Parlament sowie mehrere Landtage einzuziehen. Doch offenbar könnte es ihr genauso ergehen wie einst den Piraten, die Opfer des eigenen kurzzeitigen Erfolgs wurden.

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