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Airbus A400M wird zum neuen Ärgernis der Luftwaffe

Neues Bundeswehr-Transportflugzeug nur beschränkt einsetzbar

Samstag, 08 November 2014 02:50 geschrieben von  Torsten Müller
Airbus A400M EC-404 Airbus A400M EC-404 Foto: Julian Herzog | CC BY-SA 3.0

Berlin - Schon wieder Pannen-Alarm bei der Bundeswehr. Der Airbus A400M, das neue Transportflugzeug der Bundeswehr, wurde nun endlich nach jahrelangem Warten geliefert – aber mit erheblichen Mängeln. Trotz der Mängel hat sich die Auslieferung um ganze vier Jahre verzögert. Der Stückpreis stieg in dieser Zeit von 124,79 Millionen Euro auf 175,31 Millionen Euro. Aufgrund der Mängel und der Verzögerung hat das Verteidigungsministerium mit dem Hersteller eine Gutschrift in Höhe von zwei Millionen Euro vereinbart. Doch angesichts der massiv gestiegenen Kosten kann dies nur als schlechter Witz betrachtet werden. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte angekündigt, mit den Herstellern hart zu verhandeln. Daraus ist wohl nichts geworden. Externe Gutachter hatten bereits im Oktober massive Mängel an mehreren Rüstungsprojekten diagnostiziert und das Einfordern von Kompensationsleistungen empfohlen.

Die neuen Flieger sollen die altersschwachen C-160-Maschinen vom Typ „Transall“ allmählich ersetzen. Da die neuen Maschinen nun aber für viele Einsätze nicht bereit sind, wird die Instandhaltung der älteren Maschinen in den kommenden Jahren weitere Kosten mit sich bringen. Laut einer vertraulichen Unterrichtung des Bundestags ist die Maschine nicht in der Lage, Soldaten oder Material aus der Luft abzusetzen, obwohl gerade dies zu den Schlüsselqualitäten eines Transportflugzeugs gehört. Der Grünen-Obmann im Haushaltsauschuss des Bundestags, Tobias Lindner sagte dazu: „Gerade bei Flügen mit geschützten Transall-Maschinen besteht seit Jahren ein enormer Engpass.“ Die Truppe verfügt aktuell nur über wenige einsatzbereite Maschinen, die in der Lage sind, sich vor Raketenbeschuss zu schützen.

Darüber hinaus soll es Einschränkungen beim Personaltransport, bei längeren Flügen und beim Landen auf nicht betonierten Pisten geben. Auch der Schutz gegen Boden-Luft-Raketen wird erst im übernächsten Jahr eingebaut. Wofür das neue Transportflugzeug überhaupt geeignet sein wird, bleibt erstmal das Geheimnis der Produzenten. Für das Verlegen von Soldaten in umkämpfte Gebiete auf jeden Fall nicht. Sowohl Afghanistan als auch unerschlossene Gebiete in Afrika dürften somit zu No-Go-Areas für den neuen Bundeswehr-Flieger werden. Offenbar hat das Verteidigungsministerium „zu Gunsten einer termingerechten Auslieferung“ der Maschinen die Mängel für die ersten Modelle akzeptiert.

Dass Airbus-Desaster reiht sich ein in eine Serie von Pannen, die allmählich nicht mehr nur auf Altlasten geschoben werden können, sondern für die die amtierende Bundesverteidigungsministerin die Verantwortung trägt. Für mangelhafte Maschinen noch mehr als ursprünglich vereinbart zu bezahlen, ist weder politisch noch wirtschaftlich zu rechtfertigen.

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