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Trotz Präventionswoche

NRW: Einbrüche steigen unaufhörlich

Freitag, 11 Dezember 2015 00:14 geschrieben von  Susanne Hagel
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Düsseldorf - Trotz der umfangreichen Präventionskampagne des Innenministers von Nordrhein-Westfalens, Ralf Jäger (SPD), steigt die Zahl der Einbruchsdelikte im Land weiter an. Daran konnten auch die Aktionswochen „Riegel vor“ nichts ändern.

Einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion zufolge wurden landesweit 3.628 besonders schwere Diebstahlfälle allein während der Aktionswoche vom 19.-25. Oktober dieses Jahres gemeldet.

Marc Lürbke, der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, erklärte, damit habe sich die Lage im Land erneut verschlechtert. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche während der Aktionswoche um fünf Prozent und die Zahl aller Einbrüche sogar um 7,5 Prozent.

„Das ist nicht nachvollziehbar und lässt am Sinn der Aktion zweifeln“, erklärte Lürbke. Während die Zahl der Delikte anstieg, sank noch dazu die Zahl der identifizierten Tatverdächtigen: Wurden 2014 während der Aktionswoche immerhin 368 Täter erfasst, waren es in diesem Jahr nur noch 279. „Rot-Grün muss mehr für die Sicherheit der Bürger in NRW tun“, forderte der FDP-Politiker. Die Kampagne müsse von Razzien und Straßenkontrollen begleitet werden, wenn man die Einbrecherbanden nach frischer Tat ertappen wolle.

Seit drei Jahren führt das Land NRW die Aktionswochen durch. Schwerpunkt der Kampagne sei es, so Jäger, die Bürger besser aufzuklären und zu beraten. In diesem Jahr habe es rund 14.000 Informationsgespräche und Vorbeugungsveranstaltungen gegeben.

Experten schätzten die Zahl der Wohnungseinbrüche in NRW schon im November auf über 65.000 Delikte. Damit wäre die Zahl erneut stark gestiegen. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 52.800 verübte oder versuchte Wohnungseinbrüche. Die rückläufige Aufklärungsquote muss auch im Kontext der Asylkrise gesehen werden. Der Polizei fehlt aufgrund der zusätzlichen Aufgaben nicht nur das Personal für die Durchführung von Verkehrskontrollen, sondern auch im Bereich der Verbrechensbekämpfung.

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