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Hubschrauber nicht flugfähig

Pannenserie bei der Bundeswehr setzt sich fort

Samstag, 07 Februar 2015 23:54 geschrieben von 
NH90 der Heeresflieger NH90 der Heeresflieger Quelle: de.wikipedia.org | Foto: I, Igge | CC BY-SA 3.0

Berlin - Über einige Wochen hinweg blieb Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) von Pannen verschont, nun scheint sich die Pannenserie des letzten Jahres fortzusetzen. Die Bundeswehr wird mit den Transporthubschraubern vom Typ NH90 vorerst keine Routineflüge mehr durchführen. Die Hubschrauber müssen aus Sicherheitsgründen am Boden bleiben.

Erst kürzlich brachte eine schadhafte Software die Daten des Geräts durcheinander. Der Hersteller Airbus gab nun bekannt, dass es wegen eines Designfehlers der Feuerlöschanlage am Triebwerk zu Kurzschlüssen kommen kann. Am 19. Juni des letzten Jahres hob ein für medizinische Evakuierungen ausgerüsteter Hubschrauber in Afghanistan ab und musste schon nach wenigen Minuten umkehren, weil Funken aus dem Triebwerk flogen. Bei den Nachuntersuchungen stellte sich heraus, dass eine Platine des Bedienungspanels verschmort war.

Das Untersuchungsteam stellte damals fest, dass es „nicht auszuschließen“ sei, dass diese Fehler auch bei anderen Hubschraubern vom selben Typ auftreten können. Die Bundeswehr hatte seinerzeit die Überprüfung aller Triebwerke der entsprechenden Hubschrauber angeordnet. Aufgrund des nun durch Airbus bekannt gewordenen Designfehlers hat der Flugsicherheitsausschuss beim Luftfahrtamt der Bundeswehr nun empfohlen, den Flugbetrieb vorerst auszusetzen. Auch das Bundesverteidigungsministerium erwartet schnellstmöglich die Behebung des Fehlers.

Der verteidigungspolitische Sprecher der Grünen, Tobias Lindner sagte nun, dass ihm in den letzten Wochen von den Verantwortlichen immer berichtet wurde, dass es sich bei den Verschmorungen um einen bedauerlichen Einzelfall handeln würde. Lindner dazu wörtlich: „Während Ursula von der Leyen auf der Münchner Sicherheitskonferenz über 'Führen aus der Mitte' philosophiert, muss das Verteidigungsministerium nun erneut alle NH90 außer Betrieb nehmen.“ Lindner ist der Auffassung, dass die Rahmenvereinbarung, mit der acht Milliarden Euro in neue Hubschrauber investiert werden sollen, nun nicht durch den Haushaltsausschuss gepeitscht werden darf. Erst müssten die aktuellen Probleme aufgeklärt und gelöst werden. 

Die Pannenserie bei der Bundeswehr reißt nicht ab, weshalb es angebracht wäre, erst die vielen internen und hausgemachten Probleme zu lösen, als sich in weitere militärische Abenteuer zu stürzen. Auch die Rolle von Airbus sollte eingehend überprüft werden.

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