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Eine chinesische Erstschlagwaffe?

Pentagon in Sorge: Wieder ein erfolgreicher Test mit einem Hyperschall-Projektil

Freitag, 29 August 2014 15:50 geschrieben von  Jens Hastreiter
Waffe Rakete Waffe Rakete Quelle: pixabay.com

Washington - Die große geostrategische Konfrontation des 21. Jahrhunderts zeichnet sich zwischen den USA und dem wiedererstarkenden „Reich der Mitte“ – China – ab. Schon vor 15 Jahren erschien vor diesem Hintergrund eine mehrere tausend Seiten starke Studie unter dem Titel „2025“ – diesen Zeithorizont setzen sich die amerikanischen Militärplaner, bis die Chinesen technologisch, militärisch und ökonomisch mit der US-Supermacht gleichgezogen haben dürften.

Vieles spricht allerdings dafür, daß die Aufholjagd nicht mehr so lange dauern wird. In Teilbereichen machen die Chinesen beachtliche Fortschritte, während die USA, die der langjährige Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski in seinem Klassiker noch als „einzige Supermacht“ bezeichnete, immer mehr straucheln.

Kürzlich nun hat China den Amerikanern einen weiteren herben Schock versetzt. Anfang August fand ein zweiter erfolgreicher Test einer chinesischen „Wunderwaffe“ statt – eines unbemannten Hyperschall-Gleiters, der mit einer militärischen Nutzlast bestückt werden kann und bis zu zehnfache Schallgeschwindigkeit erreicht. Erst im Januar 2014 hatten die Chinesen einen ersten erfolgreichen Test durchgeführt, der im Pentagon für helle Aufregung gesorgt hatte.

Nun verlangen die Pentagon-Strategen mehr Geld für die eigene militärische Forschung. Die US-Administration kam dieser Forderung nach: 70 Millionen Dollar sollen die Aufholjagd beschleunigen.

Chinesische Fachleute verteidigen ihre Tests mit Hyperschall-Flugkörpern unterdessen. „Die USA arbeiten seit langem an High-Tech-Waffensystemen, während China auf diesem Gebiet einen ziemlich deutlichen Rückstand hat“, räumte Fan Jishe vom Zentrum für USA-Studien der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften laut China Radio International (CRI) nach dem Test im Januar ein. Und: „In Washington befürchtet man offenbar, daß Chinas wachsendes Potential den regionalen Einfluß der USA schmälern und die Interessen Verbündeter wie Japan oder der Philippinen tangieren könnte."

Ob der Test ein „Durchbruch“ in der chinesischen Entwicklung der Spitzentechnologie war, wie die US-Webseite „Washington Free Beacon“ im Januar  berichtete, wird unter Experten kontrovers diskutiert. Auch Details der Experimente wurden nicht bekannt. Bekannt ist dagegen, daß China einen hochmodernen Windkanal besitzt, um Hyperschallflüge zu simulieren. Kein Geheimnis ist auch, daß chinesische Militärplaner seit Jahren seit Jahren nach Möglichkeiten forschen, amerikanische Flugzeugträger auf Distanz zu halten, die bislang das wichtigste Mittel der Supermacht USA sind, um weltweit militärische Macht zu projizieren.

Flugzeugträger gelten als unzerstörbar für konventionelle Waffen, weshalb russische und chinesische Militärplaner seit geraumer Zeit an einem Raketenprogramm arbeiten, daß die Bekämpfung gegnerischer Flugzeugträger auf große Entfernungen und mit ballistischen Raketen großer Geschwindkeit vorsieht. Experten halten es für denkbar, daß die künftigen Hyperschall-Flugkörper die neue Antwort auf dieses Problem sein könnten.

So oder so: die USA müssen damit leben, daß insbesondere China – das über hervorragende Universitäten und große Finanzmittel verfügt – der völlig überschuldeten westlichen Supermacht inzwischen durchaus Paroli bieten kann. US-Vertreter werfen der chinesischen Regierung indes vor, daß sie die Hyperschall-Technologie lediglich mit Hilfe von Industriespionage erhalten hätte.

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