www.derfflinger.de

Freigegeben in Politik

Hausbesetzung

Polizei räumt Pro-Asyl-Protest

Sonntag, 13 Dezember 2015 17:56 geschrieben von  Susanne Hagel
Polizei räumt Pro-Asyl-Protest Quelle: PIXABAY.COM

Berlin - Wie die Polizei über Twitter mitteilte, räumte sie am Donnerstagabend ein von Asylunterstützern besetztes Haus in Frankfurt am Main. Dabei mussten sie sogar Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzen. Bei dem Einsatz wurden zwei Polizisten verletzt.

Insgesamt hatten rund vierhundert Anhänger der asylfreundlichen Gruppe „Project Shelter“ ein leerstehendes Gebäude in der Bergerstraße 103 im Stadtteil Bornheim besetzt. Sie forderten, das Gebäude, welches der stadteigenen Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding gehört, für die Unterbringung von obdachlosen Migranten und Asylanten zu nutzen. Die Stadt solle „Wasser und Elektrizität kostenlos bereitstellen“, so die Forderung. Das Gebäude stünde ohnehin seit Monaten leer. Zuvor hatten die Aktivisten an einer Demonstration teilgenommen, bei der sie eine bessere Unterbringung der Asylanten während der Wintermonate forderten.

Die vor allem dem linken politischen Spektrum zuzuordnenden Besetzer weigerten sich das Gebäude wieder zu verlassen. Nachdem die ABG Frankfurt Holding Strafanzeige stellte, erhielt die Polizei den Auftrag das Gebäude zu räumen. Zunächst schlugen die Beamten den Hausbesetzern vor, die ganze Aktion ohne strafrechtliche Konsequenzen für die Protestierenden zu beenden, was die Demonstranten jedoch ausschlugen. Also räumten die Beamten schließlich gegen 23:15 Uhr das Haus über den Hinterhof, der von mehreren Dutzend Aktivisten besetzt war. Zu diesem Zeitpunkt sei das Gebäude noch mit weiteren siebzehn Aktivisten besetzt gewesen, deren Personalien erfasst wurden. Während der Räumung versammelten sich mehrere Hundert Unterstützer vor dem Haus. Nachdem alle des Hauses verwiesen wurden, verriegelte die Polizei das Gebäude und bewachte es während der Nacht.

Während der Räumungsaktion, bei der Schlagstöcke und Pfefferspray eingesetzt werden mussten, wurden auch zwei Polizisten verletzt. „Andere Personen haben uns keine Verletzungen gesagt“, erklärte ein Polizeisprecher. Die Aktivisten widersprachen der Aussage hingegen und berichteten von 25 Verletzten – einer habe ein Krankenhaus aufsuchen müssen.

Die Aktivisten beklagten sich später über die Arbeit der Polizisten. „Die Polizei ist sehr gewalttätig auf den Innenhof eingedrungen“, klagt Jakob Dettmar, der Leiter des „Project Shelter“. Dabei hätten sich die Polizisten den „Zugang draußen freigeknüppelt“. Es habe mehrere Klagen über tränende Augen gegeben, so Dettmar. Ein Aktivist habe zudem eine Platzwunde davon getragen.

Letzte Änderung am Sonntag, 13 Dezember 2015 18:02
Artikel bewerten
(2 Stimmen)