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Skurrile Forderungen bei der Asyl- und Einwanderungspolitik

Prof. Dr. Hermann Heußner: "Kinderlose sollen für Migranten finanziell aufkommen"

Freitag, 01 Mai 2015 14:57 geschrieben von  Albrecht Lose
Dr. Peter Tauber Dr. Peter Tauber Quelle: petertauber.de | Foto: Tobias Koch

Immer wieder zeugen Aussagen bundesdeutscher Vertreter aus Amt und Würden davon, daß es bei der momentanen Flüchtlingspolitik weniger um einen kurzfristigen Aufenthalt geht, welcher dem Asylsuchenden Schutz vor Krieg und Verfolgung garantieren soll, wie es das Asylgesetz vorsieht. In der letzten Zeit ließ nahezu kein Politiker aus, von Integration bzw. Eingliederung in unsere Gesellschaft zu sprechen.

Erst kürzlich forderte der sachsen-anhaltinische Innenminister, Holger Stahlknecht, Integrationslotsen für Flüchtlinge einzustellen, welche aus Steuergeldern getragen werden sollen. Des Weiteren sprach sich der Generalsekretär der CDU, Peter Tauber im Januar 2015 für ein neues Zuwanderungsgesetz aus, das mitunter ein besseres Integrationskonzept vorsieht, um aus Einwanderern und Asylbewerbern „tatsächlich Mitbürger werden zu lassen.“ Hierüber berichtete „DERFFLINGER“ ausführlich.

Wenn man meint, schlimmer ginge es nicht mehr, ist man weit gefehlt. So forderte der Kasseler Prof. Dr. Hermann Heußner in einem erst kürzlich geführten Interview mit der „Hessischen-Niedersächsischen-Allgemeinen“, daß Personen, die keine Kinder oder nur eins haben, für die Ausbildung von Migranten finanziell aufkommen sollten. Schließlich sparen Kinderlose „im Jahr durchschnittlich 4.500 Euro.“

Die Aussage Heußners muß für viele wie ein Schlag ins Gesicht bedeuten, und das nicht nur für die potentiell verpflichtete Zielgruppe. So waren bereits 2012, einer Studie zufolge, zwei Millionen junge Deutsche ohne Berufsausbildung. Statt Einwanderern kostenintensive Deutschkurse und Schulabschlüsse absolvieren zu lassen, wäre es bei der Berufsförderung vielleicht doch sinnvoller, diese 2 Millionen Deutschen zu berücksichtigen, die im Gegensatz zu den Einwanderern zum großen Teil bereits über einen Schulabschluß verfügen und zudem keinen Deutschkurs mehr benötigen.

Heußners Pläne werden mit der Einheitsmeinung der meisten bundesdeutschen Politiker begründet, wonach Deutschland mehr Einwanderer brauche, um das demographische Defizit in Deutschland kompensieren zu können. Dazu würden, laut Heußner, in Deutschland jährlich 400.000 Einwanderer benötigt. Allerdings solle dabei nicht auf junge Kräfte aus Südeuropa, beispielsweise Spanien, zurückgegriffen werden, da sie dort ja dann fehlten. Dagegen hält Heußner das Abwerben guter junger Kräfte aus Äthopien, Jordanien oder Syrien offensichtlich für weniger verwerflich.

Da es sich jedoch dabei oftmals um Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten handelt, sei ihm die Frage erlaubt, ob diese, sollte sich die Lage in ihren Herkunftsländern einmal stabilisiert haben, dort nicht für den Aufbau dringender benötigt werden als in Deutschland? Gerade in Ländern wie Syrien ist davon auszugehen, daß Krieg und Gewalt leider nun einmal viele Todesopfer mit sich bringt, weshalb die einheimische Bevölkerung stark zurückgehen wird.

Seine doch etwas widersprüchlichen Ideen scheinen auch im Internet auf wenig Gegenliebe zu stoßen. Wie aus einem erst kürzlich verfaßten Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ zu vernehmen war, soll die Empörung von persönlichen Beleidigungen bis hin zu Morddrohungen reichen, wobei diese Form von Kritik auf das Schärfste zu verurteilen ist. Trotzdem hält sich Heußner nicht mit einer Pauschalverurteilung der Pegida-Demonstranten zurück. So schiebt er die Beleidigungen und Morddrohungen mitunter dem Pegidaumfeld zu und setzt diese Bewegung in altbekannter Manier mit Rassisten und Extremisten gleich.

 

Quellen:

http://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/569908/osnabrucker-professor-kinderlose-sollen-einwanderung-finanzieren
http://www.hna.de/kassel/kinderlose-sollen-zahlen-4895779.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/dgb-studie-zwei-millionen-junge-deutsche-haben-keinen-berufsabschluss-a-853097.html
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/mehr-jugendlichen-finden-keinen-ausbildungsplatz-a-865430.html

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