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Eine Woche im Arbeitsleben eines Lobbyisten und Diplomaten

Prof. Dr. Stephan Welk - vom Kakaospekulanten zum Politikberater in Afrika

Sonntag, 10 Februar 2019 22:04 geschrieben von 
Der Lobbyist Dr. Stephan Welk nach der Landung unter dem weiten Himmel Afrikas Der Lobbyist Dr. Stephan Welk nach der Landung unter dem weiten Himmel Afrikas Quelle: DERFFLINGER

Brüssel - Es ist Montag am frühen Morgen 06:30 Uhr in einem Hotel in Brüssel. In der Lobby empfängt uns Prof. Dr. Stephan Welk, augenscheinlich gut ausgeschlafen und mit einem freundlichen Lächeln. Der erste Termin heute ist in der Botschaft von São Tomé e Principe. Vom Hotel aus geht es zur Botschaft.

7:30 Uhr Besprechung mit dem Botschafter,

8:30 Uhr Fahrt zum EU Parlament, Besprechung mit Abgeordneten. Gemeinsam eilen wir – nach einem Mittagessen mit dem Leiter eines Wirtschaftsresorts – zum Flughaben nach Brüssel. Danach Flug nach Frankfurt, Besprechung im Airport Club. Von dort geht es in die Maschine nach Wien.

Gegen 21 Uhr kommen wir im Nobelhotel Palais Hansen in Wien an. Dort wartet bereits der ehemalige Leiter des Nachrichtendienstes der Republik Österreich, Prof. Dr. Gert René Polli auf ihn. Die Begrüßung ist herzlich – wie unter alten Freunden. Bei dem Gespräch dürfen wir nicht anwesend sein. Nach zwei Stunden ist man fertig und Prof. Welk erklärt uns den weiteren Plan der Woche.

Keine Pause, doppelt so viele Flüge wie ein Lufthansapilot und 4 Stunden Schlaf

Wir brechen am nächsten Tag auf zu Wiens Privatflughafen. Dort wartet bereits eine Crew eines Privatjets darauf, dass Stephan Welk das Zeichen zum Abflug gibt. So wie andere mal Taxi fahren, steigt der Diplomat in den Privatflieger ein und beginnt sich sofort auf das Gespräch mit dem Präsidenten der Zentralafrikanischen Republik, Faustin Archange Toudéra vorzubereiten.

Die Flugzeit beträgt gute 7 Stunden. Wir müssen landen bevor es dunkel wird erklärt Welk, da der Flughaven in Bujumbura eine – wie er sagt – zweifelhafte Befeuerung hat. Im Klartext heißt dass, man kann nicht genau sagen ob die Landebahn beleuchtet ist oder nicht. Wir haben Glück und landen noch vor Einbruch der Dunkelheit. Vom Flieger eilt der Lobbyist, früher mal ein großer Spekulant im Kakaomarkt, gleich zum ersten Termin mit der First Lady! Diese kümmert sich um in Not gekommene Frauen in Burundi. Prof. Welk unterstütz dieses Projekt aus eigenen Mitteln. Danach geht’s ins Hotel. Dort warten bereits ettliche Regierungsmitglieder die ihn sprechen wollen. Die Gespräche gehen bis tief in die Nacht.

Am nächsten Tag gegen 7:00 Uhr ist Aufbruch zum Präsidentensitz. Es warten duzende Diplomaten in den klimatisierten Räumen auf eine Besprechung mit dem Präsidenten. Dr. Welk kommt an und wird sofort durchgelassen. Das Gespräch mit dem Präsidenten ist vertraulich. Wir warten draußen. Danach geht es direkt zum Flughafen und wir begeben uns auf den Weiterflug nach Guinea Bissau.

Am Abend angekommen erwartet uns das gleiche Bild wie in Bujumbura. Regierungsbeamte besprechen etliche Projekte mit Welk, sodass er an diesem Tag erst gegen 3 Uhr ins Bett kommt. Pünktlich um 7 Uhr geht es kurz zum Außenminister und dann zum Flughafen. Von dort über São Tomé e Principe zurück nach Europa. Am Freitag kommen wir in Lissabon an. Um 9:00 Uhr führt uns der Weg zum Botschafter und dann zum Außenministerium. Am Nachmittag geht es mit dem Flieger zurück nach Wien.

Freitag zum Nachmittag erreichen wir Berlin.

Hier wird im Büro noch kurz der Trip für die nächste Woche besprochen. Sonntag Hongkong, danach Dubai und zu einer Spezialmission kurz in den Irak. Unser Team ist glücklich wieder in Deutschland angekommen zu sein. Was bleibt sind Eindrücke in ein stressiges Leben eines Topmanagers und Diplomaten der im Jahr mehr als 1.000.000 Miles im Flugzeug verbringt, es schafft noch Frau und Kind zu haben. Selbst an internationalen Flughäfen wie Frankfurt/Main, München oder Wien persönlich mit Namen begrüßt zu werden und scheinbar im Vorbeigehen Weltpolitik betreiben, scheint für Stephan Welk normal zu sein - ein schräger, aber sehr kompetenter und liebenswürdiger Typ.

Letzte Änderung am Sonntag, 10 Februar 2019 23:07
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