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Höchste Terrorwarnstufe in Paris ausgerufen

Radikale Islamisten ermorden Mohammedkritiker

Mittwoch, 07 Januar 2015 18:51 geschrieben von  Susanne Hagel
Strasse nach einem Terror-Anschlag Strasse nach einem Terror-Anschlag

Paris - Bei einem Terroranschlag auf die für ihre Mohammedkarikaturen bekannte Satirezeitung "Charlie Hebdo" verübten mutmasslich islamische Extremisten ein Massaker: sie ermordeten zwölf Menschen und verletzten vierzehn weitere schwer.

Laut Frankreichs Präsident François Hollande handele es sich bei dem Angriff auf die Pariser Redaktion um einen Terroranschlag. "Daran gibt es keinen Zweifel", erklärte der Präsident, der unverzüglich den Ort des Massakers, welches er als "außergewöhnlich barbarische Tat" verurteilte, im elften Arrondissement besuchte. Laut Angaben der Polizei und der Staatsanwaltschaft stürmten mindestens zwei vermummte Personen schwer mit Kalaschnikows und Raketenwerfern bewaffnet gegen 11:30 Uhr das Gebäude und töteten neun Menschen. Auf ihrer Flucht erschossen sie zudem zwei Polizisten und überfuhren einen Passanten. Unklar sei bisher noch, ob die Täter auch Geiseln genommen haben. Wie Augenzeugen berichteten, die das Geschehen zufällig filmten, haben die Täter zuvor "Allahu Akbar" (übersetzt: "Gott ist groß"), den Schlachtruf radikaler Islamisten, sowie "Wir haben den Propheten gerächt" gerufen. Die französische Regierung rief die höchste Terrorwarnstufe für den Großraum Paris aus. Premierminister Manuel Valis erklärte, der Anti-Terror-Plan sei auf die Stufe "Anschlagsalarm" angehoben worden und somit der Schutz aller Mediengebäude, großen Kaufhäuser, Kirchen und des öffentlichen Nahverkehrs erhöht. Rund dreitausend Polizisten seien im Einsatz. Wie der Journalist Marc Beauge berichtete, flüchteten die Täter: "Ein schwarzer Citroen DS mit zerbrochenen Scheiben fuhr wie der Blitz über den Place de la République. Dahinter ein Kastenwagen und mindestens fünf Polizeiautos."

Unter den Toten befindet sich auch der Chefredakteur von "Charlie Hebdo", der Zeichner Stéphane Charbonnier, welcher unter dem Pseudonym Charb in der Vergangenheit wiederholt für seine provokanten Mohammedkarikaturen von Muslimen angegriffen worden war. Einer der beiden getöteten Polizisten sei demnach aufgrund von mehrfachen Drohungen gegen den Redakteur zu dessen Schutz abgestellt gewesen. Die neue Ausgabe des Satiremagazins behandelte den neuen Roman von Michel Houellebecq, der darin gewohnt provokant das Szenario eines von einem muslimischen Präsidenten regierten Frankreichs im Jahr 2022 beschreibt. Auch die Cartoonisten Jean Cabut, Georges Wolinski und Bernhard Verlhac, bekannt als Tignons, sind bei dem Anschlag gestorben. Bereits vor vier Jahren war anlässlich des von der Redaktion veröffentlichten Scharia-Sonderheftes ein Brandanschlag auf die Räumlichkeiten verübt worden.

Der britische Premier David Cameron zeigte sich entsetzt über den Anschlag. "Die Morde in Paris sind ekelerregend", twitterte er. "Wir stehen an der Seite des französischen Volks im Kampf gegen Terror und beim Verteidigen der Pressefreiheit." Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte das Blutbad in einem Telegramm an den französischen Präsidenten. Sie schrieb, die abscheuliche Tat sei nicht nur ein Angriff auf die Franzosen und die innere Sicherheit Frankreichs. "Sie stellt auch einen Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit dar, ein Kernelement unserer freiheitlich-demokratischen Kultur, der durch nichts zu rechtfertigen ist."

Der Vorsitzende der NPD, Frank Franz, sprach den angehörigen der Opfer sein tiefes Mitgefühl aus. Es sei genau dieses Szenario, vor dem seine Partei seit Jahrzehnten warne. Es sei wohl leider nur eine Frage der Zeit, bis es auch in Deutschland zu einem folgenschweren Terroranschlag gegen Kritiker der Überfremdung kommen wird, befürchtet Franz. Entgegen der Meinung der übrigen Parteienlandschaft sieht die nationale Partei eine große Gefahr in der schleichenden Islamisierung, die uns, so Franz, "die etablierten Parteien in Deutschland und Ganzeuropa eingebrockt haben". "In einem demokratischen Rechtsstaat kann es nicht angehen, dass man seine Meinung nicht mehr frei äußern kann, ohne Angst zu haben, von denen, die man kritisiert, erschossen zu werden." Vor dem Hintergrund der zunehmenden Überfremdung und des heutigen Anschlages verwundere es nicht, dass Bewegungen wie PEGIDA entstehen und die Menschen zu Zehntausenden auf die Straße gehen. Er forderte die Bürger auf, auch am kommenden Montag auf die Straße zu gehen um "für unsere Werte zu streiten und wahrhaftig für das einzustehen, was unsere Identität, unsere Heimat ausmacht".

Letzte Änderung am Mittwoch, 07 Januar 2015 19:19
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