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Nach Vereinsverbot

Razzia gegen Rockerclub Satudarah

Dienstag, 24 Februar 2015 18:02 geschrieben von 
Razzia gegen Rockerclub Satudarah Quelle: Screenshot Youtube | http://youtu.be/2L7MJYRgqIU

Magdeburg - Nach mehr als sechs Monaten Vorbereitung führte die Polizei Durchsuchungen gegen den Rockerclub Satudarah in mehreren Bundesländern gleichzeitig durch: Sondereinsatzkommandos kontrollierten Vereinsheime und Wohnungen von Mitgliedern.

Der ursprünglich aus den Niederlanden stammende Rockerclub besteht fast ausschließlich aus Indonesiern und gilt als besonders aggressiv, erklärte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Als im Juni 2012 alle zwanzig Duisburger Mitglieder des Clubs Brotherhood Clown-Town zu Satudarah wechselten, entstand das erste von zum Schluss acht Chaptern in Deutschland. Maizière verhängte ein Vereinsverbot gegen den Club. „Von dem Verein geht eine schwerwiegende Gefährdung für individuelle Rechtsgüter und die Allgemeinheit aus“, erklärte eine Sprecherin des Innenministeriums in Berlin. Jede Tätigkeit im Inland ist der niederländischen Gruppe künftig untersagt und die deutschen Teilorganisationen verboten.

Der Schwerpunkt des bundesweiten Einsatzes lag demnach in Nordrhein-Westfalen, vor allem in Duisburg und Aachen. Der Innenminister des Landes, Ralf Jäger (SPD), begrüßte das Verbot des Clubs. „Ziel war es, das Vereinsverbot praktisch umzusetzen“, so ein Sprecher der Essener Polizei. Neben der Sicherstellung von Rockerkutten wurde das Vereinsvermögen beschlagnahmt. Festnahmen gab es hingegen bislang keine.

In den letzten Jahren war es zwischen den in Duisburg verorteten Satudarah und den Hells Angels immer wieder zu „Revierstreitigkeiten“ im Drogenhandel und bei der Schutzgelderpressung gekommen. Dabei kam es neben den üblichen Gewalttaten mitunter zu offenen Schießereien auf Duisburger Straßen.

Vor einem Jahr legte der ehemalige Chef der Duisburger Satudarah, Yildiray K., in einem Strafprozess ein umfangreiches Geständnis ab. Neben der Offenlegung deutsch-niederländischer Rauschgiftstrecken und den Bezugsquellen von Waffen soll K. auch seine niederländischen Hintermänner verraten haben. Die Aussagen des ehemaligen Rockerpräsidenten führten zu umfangreichen Ermittlungen in der Rockerszene in Deutschland und den Niederlanden. K. wurde im Januar 2014 wegen Verstößen gegen das Waffengesetz zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. 2013 fanden Beamte bei einer Durchsuchung eine Kalaschnikow bei dem ehemaligen Deutschlandchef der Rockerbande.

Bereits im April vergangenen Jahres hatten Spezialeinsatzkräfte der Polizei das Satudarah-Clubheim in Duisburg-Rheinhausen, sowie vier Wohnungen in Duisburg und eine weitere in Hamm durchsucht. Damals stellten die Ermittler unter anderem sechs Schusswaffen und Munition sicher. Der Hintergrund der Razzia war ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Duisburg zu illegalem Waffenbesitz und Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

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