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Erhöhte Ausländerkriminalität

Rund 600 der sächsischen Asylanten sind Mehrfachstraftäter

Samstag, 19 Dezember 2015 22:31 geschrieben von  Susanne Hagel
Rund 600 der sächsischen Asylanten sind Mehrfachstraftäter Rund 600 der sächsischen Asylanten sind Mehrfachstraftäter Quelle: PIXABAY.COM

Dresden - Das sächsische Landeskriminalamt legte am Donnerstag eine Sonderauswertung zu Straftaten von Asylbewerbern vor: Bis Ende September dieses Jahres wurden 10.397 Verbrechen registriert, über sechshundert Asylanten gelten als Mehrfachstraftäter.

Damit stieg die Zahl der Verbrechen im Vergleich zum Vorjahr weiter an: Im gesamten Jahr 2014 waren es 7.000 Straftaten und 3.100 Tatverdächtige aus dem Asylantenmilieu. In diesem Jahr lag die Zahl der Tatverdächtigen bei 4.700 Ausländern. Den Angaben zufolge handelt es sich in den meisten Fällen um Delikte wie Ladendiebstahl (3.000 Fälle, dreißig Prozent) und Schwarzfahren (1.800 Fälle, achtzehn Prozent). Rund elf Prozent aller Straftaten umfassten Körperverletzungen, zehn Prozent seien weitere Diebstahldelikte und fünf Prozent machten Rauschgiftdelikte aus. 0,2 Prozent der Fälle betrafen Mord oder Totschlag: Insgesamt wurden bis September 17 Menschen von Asylanten umgebracht – drei dieser Fälle galten als Mord.

Dem LKA wurden vier Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung in diesem Jahr gemeldet. „Sie stellen mithin keine Schwerpunkte dar“, erklärte der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU). Er betonte zudem, dass  es eine Gruppe von Intensivtätern in Höhe von 596 Ausländern gebe, die insgesamt 4.807 Straftaten verübt hätten. Dies entspricht etwa 1,3 Prozent aller Asylanten. Wer mehr als sechs Mal im Jahr straffällig wird, gilt als Mehrfachstraftäter. Ulbig erklärte, für diese Personengruppe werde seit Beginn des Jahres eine „täterorientierte und beschleunigte“ Fallbearbeitung durch Polizei und Staatsanwaltschaft praktiziert.

Besonders kriminell verhielten sich in Sachsen tunesische Staatsbürger: zwei von drei Tunesiern verübten hier Delikte. Der Anteil der Asylbewerber aus Tunesien in Sachsen mache zwar nur vier Prozent aller Anträge aus, allerdings verübten sie fast ein Viertel aller Straftaten. Ähnlich sei es um die Gruppe der Algerier und anderer Nordafrikaner bestellt: fast jeder vierte Tatverdächtige stammt aus dieser Gegend. Ulbig forderte deshalb den Bund und die tunesische Regierung auf, „mehr Kooperation sowie Unterstützung bei der Beschaffung von Personaldokumenten“ zu zeigen. Er habe veranlasst, die Strafverfahren und die Asylverfahren der Mehrfachtäter beschleunigt zu bearbeiten und wolle erreichen, dass diese Personengruppe bereits bei einer „Freiheitsstrafe von deutlich unter drei Jahren“ abgeschoben werden kann.

Um die Statistik künftig zu senken, schlägt Ulbig vor, den Asylanten in Zukunft weniger Taschengeld und dafür eine „personalisiertes Ticket“ für den öffentlichen Personennahverkehr zu geben. „Damit könnte jede fünfte Straftat durch Zuwanderer wegfallen“, erklärte er. Vorbild seien hier die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die den Asylanten ein monatliches Ticket für 26 Euro gewähren. Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) prüfe derzeit bereits eine Einführung.

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