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Nationale Auswertung „Eurobarometer“

Rund zwei Drittel aller Deutschen gegen Einwanderung aus Nicht-EU-Ländern

Donnerstag, 19 Februar 2015 21:03 geschrieben von 
Rund zwei Drittel aller Deutschen gegen Einwanderung aus Nicht-EU-Ländern Quelle: pixabay.com

Berlin - Wie aus der nationalen Auswertung des neuesten „Eurobarometers“, welches im Auftrag der EU-Kommission erstellt wurde, hervorgeht, lehnt die überwiegende Mehrheit der Deutschen die Einwanderung aus Nicht-EU-Ländern ab.

Europaweit stimmte die Bevölkerung mit 57 Prozent deutlich gegen eine Zuwanderung von außerhalb der EU. Bis auf Schweden, in dem nur ein Viertel der Befragten gegen eine solche Einwanderung votierte, stimmte der Großteil der Länder mit überwiegender Mehrheit gegen eine Einwanderung aus Nicht-EU-Ländern. Deutschland findet sich mit seinen 61 Prozent im Mittelfeld: Während Großbritannien (57 Prozent) und Frankreich (58 Prozent) nahe am europäischen Schnitt liegen, ist die Ablehnung in Ländern wie der Slowakei (74 Prozent), Italien (75 Prozent) und Lettland (79 Prozent) deutlich höher.

Den Ergebnissen der Umfrage zufolge lehnt etwa die Hälfte der deutschen Bevölkerung auch die Einwanderung aus EU-Ländern ab. Für die Deutschen sei das Thema Einwanderung derzeit das größte Problem – noch vor der Schuldenkrise.

„Das Thema Migration ist brisanter geworden und hat die Mitte der Gesellschaft erreicht“, erklärte Richard Kühnel, der Leiter der Vertretung der EU-Kommission in Berlin, gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Wer jedoch glaubt, ein EU-Vertreter könne ein so eindeutig ausgefallenes Ergebnis vielleicht zum Anlass nehmen, darüber nachzudenken, entsprechend dem Volkswillen die Zuwanderung zu beschränken, der irrt. Vielmehr erklärt Kühnel, es sei aufgrund der starken Ablehnung eine gemeinsame Aufgabe, Einwanderer aus Drittländern besser zu integrieren. Außerdem erklärte er, diesmal ohne Verwendung des Zauberwortes „Integration“, der Schutz derer, die über das Mittelmeer in die EU kommen, müsse verbessert werden. Kühnel kritisierte die entsprechende EU-Mission Triton: „Jede neue Katastrophe führt uns vor Augen, dass wir noch mehr machen sollten.“ Grenzen dicht, wie es die Mehrheit der EU-Bevölkerung offenbar möchte, scheint dabei nicht zur Option zu stehen.

Unterdessen hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bekannt gegeben, dass es für das laufende Jahr mit einem Anstieg von Asylanträgen in Höhe von fünfzig Prozent rechnet – die Prognosen der Behörden belaufen sich auf mindestens 250.000 Erstanträge sowie 50.000 Folgeanträge.

Im vergangenem Jahr wurden insgesamt 202.834 Anträge auf Asyl gestellt. So viele wie seit Anfang der Neunziger Jahre nicht mehr. Im Vergleich zum Jahr 2013 stieg die Zahl der Antragsteller um sechzig Prozent an.

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