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USA blamiert sich in Syrien:

Russland erhält in Syrien sowohl von Regierung, als auch von Opposition Unterstützung!

Mittwoch, 04 November 2015 22:24 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Syrien Syrien Quelle: Kartendaten © 2015 GeoBasis-DE/BKG (©2009),Google,Mapa GISrael,ORION-ME

Berlin - Die Rolle der USA im Nahen Osten ist stets etwas undurchsichtig, so auch in Syrien. Dies wird vor allem deutlich, seit Russland Ende September begonnen hat, die Karten neu zu mischen und sich im Kampf gegen den IS zu engagieren. Da dies gegen so manche geostrategische Interessen zu gehen schien, war auch in der Medienlandschaft schnell kolportiert worden, die russischen Luftschläge in Syrien gälten Verbündeten Amerikas. So haben in diesem Zusammenhang die NATO-Partner Türkei und USA übereinstimmend bestätigt, dass Russland Stellungen der al-Nusra-Front bombardiert hatten, die nicht allein seitens Saudi-Arabiens, sondern ebenso von den Amis unterstützt werden. Und dies obwohl sich der konservative Teil von al-Nusra als lokaler Al-Kaida-Verbündeter versteht. Die US-Regierung wurde sogar schon einmal von der New York Times zitiert, daß eine der getroffenen Rebellengruppen vom  amerikanischen Geheimdienst bewaffnet und ausgebildet worden sei.

Die Neocons in den USA sind insbesondere bemüht, Russland zu unterstellen, es bekämpfe US-Verbündete und nicht den IS. Offiziell berufen sich die USA darauf, mit der sogenannten Freien Syrischen Armee (FSA) zusammenzuarbeiten, die sich jedoch laut Russlands Außenminister Sergej Lawrow als ein Phantom zu erweisen scheint. Dieser häufig genannte NATO-Partner sei, so Lawrow, nirgends auffindbar. Denn gerade um versehentliche Bombardierungen US-Verbündeter zu vermeiden, bat dieser seinen US-Amtskollegen Kerry, ihm mitzuteilen, wo die FSA sich eigentlich befände. Eine Antwort aus Washington erhielt Russland bislang nicht. Allerdings erhielt Russland inzwischen bei der Zielbestimmung für Luftschläge gegen islamistische Terroristen sogar Unterstützung durch syrische Oppositionsvertreter. Andrej Kartapolow, Leiter des russischen Militäreinsatzes in Syrien, verlautbarte, daß eine enge Zusammenarbeit bestehe, mit der die Einsätze der syrischen Regierungsarmee und einer bisher zur Opposition gehörenden Rebellentruppe koordiniert würden. Diese „patriotischen Kräfte“ hätten nach vierjährigem Kampf gegen die Regierung die „Idee, einen souveränen Staat und geeinten Staat zu erhalten, über ihre politischen Ambitionen gestellt“, so Kartapolow.

Die Haltung Russlands im Falle Syriens scheint weit weniger von Eigeninteressen getrieben zu sein, als es das Verhalten der USA vermuten lassen. Erst jüngst ließ eine Sprecherin des russischen Außenministeriums wissen, daß es Russland keineswegs um die Frage gehe, ob Assad bleiben solle oder nicht. Dies habe das syrische Volk zu entscheiden. Ein weiterer Regierungswechsel im Nahen Osten könnte sich jedoch als katastrophal herausstellen und die gesamte Region in ein großes schwarzes Loch verwandeln. Syriens Staatschef Assad selbst hatte kürzlich in einem Interview mit dem russischen Staatssender RT gesagt, dass er, wenn er abgewählt würde, sofort abtreten würde.

Letzte Änderung am Donnerstag, 05 November 2015 09:28
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