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Verteidigungsminister Siemoniak macht mobil

Säbelrasseln aus Polen

Freitag, 30 Januar 2015 21:23 geschrieben von  Johann W. Petersen
Tomasz Siemoniak Tomasz Siemoniak Quelle: en.wikipedia.org | Foto: Piotr Drabik | CC BY 2.0

Warschau - Polens Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak hat am Donnerstag angesichts der erneuten Verschärfung der Ukraine-Krise erklärt, dass es seiner Ansicht nach keine Aussicht auf eine friedliche Lösung des Konflikts gebe. Die vorgesehenen erhöhten Militärausgaben Warschaus von 70 Milliarden Euro ab 2016 seien daher besonders wichtig.

Siemoniak teilte außerdem mit: „Alle Bürger, die sich für ein Militärtraining interessieren, können sich ab März registrieren lassen.“ Die Zahl der Reservisten, die zu Übungen einberufen werden, solle von 12.000 in diesem Jahr auf 38.000 im kommenden Jahr erhöht werden. Darüber hinaus werde auf einer Konferenz im März gemeinsam mit paramilitärischen Gruppen über eine Modernisierung der Reservestreitkräfte beraten, so der polnische Verteidigungsminister. Um welche Gruppen es sich dabei handelt, ließ er offen.

Ziel Russlands sei es, so Siemoniak, der Ukraine den Weg Richtung Europa zu versperren. „Wir haben sehr schwierige Monate und Jahre vor uns.“ Moskau setze angeblich offen militärische Mittel ein. Dies bedeute für Europa eine „langfristige Bedrohung“, behauptete der Minister.

Rückendeckung bekam Siemoniak, wenig verwunderlich, von Polens größter Tageszeitung „Rzeczpospolita“. „Im Februar 2009, knapp ein halbes Jahr nach Ausbruch des russisch-georgischen Krieges, hatte der damalige Premier Tusk seinem Verteidigungsminister noch ein Ultimatum gestellt. Dieser sollte sofort 2,5 Milliarden Euro finden, die er einsparen könnte, ansonsten würde er rausfliegen, drohte Tusk. Zum Glück gehört diese Art von Politik in Polen mittlerweile der Vergangenheit an. Die Erhöhung der Militärausgaben und der Zahl der Reservisten, sowie eine Aufstockung der Nato-Truppen in Polen werden dazu führen, dass das Sicherheitsniveau in unserem Land so hoch sein wird, wie seit Jahren nicht“, so das regierungsnahe Blatt.

Letzte Änderung am Freitag, 30 Januar 2015 21:29
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