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Süd-Tiroler Gewerkschaftsbewegung:

Süd-Tiroler Freiheit trifft sich mit Gewerkschaftsvertretern!

Freitag, 17 Juli 2015 20:31 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Autonomer Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB) Autonomer Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB) Quelle: asgb.org

Bozen - Der Autonome Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB) ist die am 11. September 1964 von Alois Singer, Franz Pleickner und Otto Gander gegründete gewerkschaftliche Organisation der deutschen und ladinischen Arbeiterschaft in Südtirol, die mit heute über 25.000 Mitgliedern die stärkste Gewerkschaftsorganisation in Südtirol darstellt. Der ASGB zählt wie die baskische Eusko Langillen Alkartasuna, das bretonische Sindikat labourien Breizh SLB und das korsische Sindicatu de i travagliadori corsi STC zu den ethnischen Gewerkschaften Europas. Erst 1978 erreichte die ASGB mit einer Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut  die rechtliche Gleichstellung mit den anderen italienischen Gewerkschaften. Nun droht jedoch sogar der Verlust des Gewerkschaftsstatus, da der ASGB nicht ausschließlich deutsch- und ladinischsprachige Mitglieder betreut. Allerdings ist eine Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung nicht verpflichtend einzufordern. Ein diesbezüglicher Schiedsspruch erging am 20. Mai 2015 am Verwaltungsgerichtshof. Der Landtag hat vom Gericht 180 Tage Zeit bekommen, um die Angelegenheit zu prüfen und zu bereinigen.

Sollte dem ASGB der Gewerkschaftsstatus entzogen werden, könnte die Gewerkschaft die Rechte und Interessen ihrer Mitglieder nicht mehr vertreten. Dazu gehören Verhandlung der Kollektivverträge, Gewerkschaftsurlaub, Wartestand aus gewerkschaftlichen Gründen, aber auch die Dienstleitungen des Patronats, die Beratung in Fragen zur sozialen Vor- und Fürsorge, der Rechtsschutz und die Steuerdienste würden ausfallen. Jüngst trafen sich Vertreter der Jugend im ASGB und Vertreter der Süd-Tiroler Freiheit zu einer lockeren Zusammenkunft, um inhaltliche Schnittmengen zu ermitteln. Dabei waren Jugendarbeitslosigkeit, Generationenpakt, Berufsmatura und insbesondere die Angriffe italienischer Gewerkschaften gegen den „Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbund“ (ASGB) die behandelten Themen. Sven Knoll sprach im Namen der Süd-Tiroler Freiheit seine volle Unterstützung zu: „Der autonome Süd-Tiroler Gewerkschaftsbund ist eine bedeutende Errungenschaft und wertvoller Teil der Autonomie. Für unzählige Süd-Tiroler Arbeiter und Angestellte ist er eine wichtige Anlaufstelle. Das dürfen wir uns von einer staatlichen Gewerkschaft nicht kaputt machen lassen!“ Die Jugendvertreter des ASGB und die Süd-Tiroler Freiheit streben in Zukunft bei passenden Themen eine verstärkte Zusammenarbeit an.

Mit Blick ins österreichische Heimatland war seitens des ASGB erst unlängst geäußert worden: „Es ist wichtig für uns, dass Österreich die Schutzmachtfunktion wahrnimmt und uns dabei unterstützt, das legitime Recht, als Minderheitengewerkschaft die Minderheiten zu vertreten, auszuüben. Der Verlust der Gleichstellung des ASGB würde mit Garantie die hart erkämpften Errungenschaften der Autonomie schmälern und Anlass für generelle Zweifel über den zukünftigen Wert der Autonomie sein.“

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