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Süd-Tirol

Südtirol: Autonomiekonvent oder Selbstbestimmungskonvent?

Mittwoch, 09 März 2016 10:22 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Flagge Südtirols Flagge Südtirols

Bozen – Autonomie ist unstrittig der Fremdbestimmung vorzuziehen und ein Autonomiestatus negiert noch lange nicht das Selbstbestimmungsrecht, doch inzwischen ist selbst der Autonomiestatus Süd-Tirols, der seit 1972 in Kraft ist, nicht ungefährdet. Im Rahmen eines Autonomiekonvents soll dieser mit Beteiligung der Südtiroler den neuen gesellschaftlichen Gegebenheiten angepasst werden. Die autonome Selbstverwaltung Südtirols steht mit der Flüchtlingssituation, der zentralistischen Tendenz einer italienischen Verfassungsreform, dem sprachlichen Proporz oder mehrsprachigen Schulen vor neuen Herausforderungen. Die Bevölkerung ist eingeladen, ihre Vorstellungen zur Zukunft des Landes, welches Süd-Tirol sie sich vorstellen, miteinzubringen. Die Landtagsabgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit geben sich mit dem bisherigen Verlauf des Autonomiekonvents äußerst zufrieden und bezeichnen den Konvent sogar als einen de facto Selbstbestimmungskonvent.

Cristian Kollmann, Pressesprecher der Landtagsfraktion, stellt erfreut fest, dass entgegen dem ausdrücklichen Vorhaben der Initiatoren in den Open-Space-Veranstaltungen Themen diskutiert wurden, die weit über die Autonomie hinausreichen. Die Mehrheit der Teilnehmer hat klar gezeigt, dass für sie die Autonomie langfristig keine Lösung sein kann, weil diese den Verbleib Südtirols bei Italien und damit weiterhin römische Bevormundung in zentralen Belangen bedeutet. Die im Bozener Landtag vertretene Bewegung Süd-Tiroler Freiheit darf sich die Durchdringung dieser Erkenntnis in einer breiten Meinungsschicht und deren Artikulation zu einem guten Teil mit auf ihre Fahnen schreiben, da sie die einzige politische Kraft war und ist, die stets unbeirrt den Fokus eindeutig auf die Selbstbestimmung und Unabhängigkeit Süd-Tirols legt. Zimmerhofers Fazit: „Es bleibt zu hoffen, dass die Ergebnisse nicht in einer Schublade verschwinden, sondern dass die Landesregierung den Willen des Volkes ernst nimmt und auch umsetzt.“

Auch die Landtagsabgeordnete Myriam Atz Tammerle freut sich darüber, dass so viele patriotische Kräfte, und zwar nicht nur Deutsche, sondern ebenso Ladiner und Italiener sowie die Jugend die Möglichkeit des partizipativen Prozesses genutzt hätten. Gerade dass die Jugend über die Schranken der Autonomie hinausdenke, beweise, dass sie sich durch die Themen der Süd-Tiroler Freiheit angesprochen fühle. Skeptisch bleibt die Landtagsabgeordnete gegenüber der weiteren Vorgehensweise mit den Ergebnissen: „Es ist voraussehbar, dass von diesen wenig übrig bleibt, nachdem sie durch sämtliche Gremien passiert sind und auch von Rom abgesegnet werden müssen. Dadurch würde das Vertrauen der Südtiroler Bevölkerung in die italienische Politik erst recht schwinden, und der Wunsch nach einem Südtirol ohne Italien würde noch größer werden!“

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