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„Grenzdebile Drohungen“

Saudi-Arabien droht Niederlanden wegen Geert Wilders mit Boykott

Samstag, 24 Mai 2014 14:14 geschrieben von  Jens Hastreiter

Amsterdam - Der niederländische Islamkritiker Geert Wilders sorgt wieder für Schlagzeilen. Diesmal soll er sogar an außenpolitischen Verwicklungen schuld sein.

Saudi-Arabien ist das Land, in dem der Islam in seiner rigidesten Form herrscht. Zahlreiche Verbote und drastische Strafen regeln das Leben. Für die Einfuhr von Bibeln droht beispielsweise die Todesstrafe. Jetzt droht Saudi-Arabien den Niederlanden mit wirtschaftlichen Sanktionen.

Schuld daran soll Geert Wilders sein. Der prominente Islamkritiker verbreitete im Europa-Wahlkampf Aufkleber gegen den Islam mit der Aufschrift „Der Islam ist eine Lüge. Mohammed ist ein Betrüger. Der Koran ist Gift.“ Die saudische Regierung reagierte prompt und drohte, niederländische Unternehmen in Zukunft bei Ausschreibungen ignorieren zu wollen. Es gab auch Drohungen, den Öltransport zu stoppen und niederländische Geschäftsleute nicht mehr einreisen zu lassen.

In Den Haag zeigt man sich besorgt: „Wir nehmen diese Drohungen aus Riad sehr ernst und beraten uns über eine Antwort“, sagte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte. Sein Stellvertreter, der Sozialdemokrat Lodewijk Asscher, äußerte sich weniger diplomatisch: Er verteidigte Geert Wilders und sagte: „In den Niederlanden besteht Meinungsfreiheit. Es ist glasklar, dass Herr Wilders nicht den Standpunkt der Regierung vertritt. Die Drohungen aus Saudi-Arabien nenne ich daher schwachsinnig.“

Wilders selbst reagierte auf seine Art und brachte es in einer Stellungnahme relativ unverblümt auf den Punkt: „Saudi-Arabien ist eine Diktatur, ein schreckliches Land, das noch immer die Sklaverei kennt. Christen werden verfolgt. Saudi-Arabien ist der größte Finanzier des internationalen Terrors. Es werden Menschen exekutiert, die dem Islam den Rücken zukehren. Frauen dürfen dort nicht Auto fahren. Eigentlich hätten wir längst damit beginnen müssen, Saudi-Arabien zu boykottieren.“

Darauf freilich dürften Wilders und viele andere noch lange warten. Denn die Saudis haben das Öl, das der Westen dringend braucht. Und wohin es führt, wenn man am falschen Ort mit Boykotten droht, konnte der Westen erst dieser Tage am Beispiel Russlands erfahren.

Im übrigen sind die Niederlande, was die Meinungsfreiheit angeht, tatsächlich ein freies Land, was man von anderen westlichen Ländern nicht sagen kann. In der Bundesrepublik Deutschland zum Beispiel würden Wilders Islam-Aussagen unverzüglich wegen „Volksverhetzung“ geahndet.

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