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Beauftragter der Bundesregierung

Sexuelle Gewalt in Asylbewerberheimen

Montag, 05 Oktober 2015 18:13 geschrieben von  Torsten Müller
Kindesmissbrauch Kindesmissbrauch

Gießen - Der Kindesmissbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig deutete nun an, dass die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Gießen, in der jüngst 15 Fälle von sexueller Gewalt gegen Frauen und Kinder bekannt wurde, kein Einzelfall sein könnte. Die Polizei ermittelt derzeit wegen Vergewaltigungen, Zwangsprostitution und Kindesmissbrauch. Auch in anderen Städten haben Frauenverbände bereits Alarm geschlagen, dass sexuelle Übergriffe in Asylbewerberunterkünften an der Tagesordnung seien.

Rörig ist der Auffassung, dass die Gefahr sexueller Übergriffe in Asylbewerberheimen besonders groß ist: „Ja, denn überall dort, wo es an klaren Strukturen und Regeln fehlt, bieten sich Möglichkeiten für Grenzüberschreitungen. In Flüchtlingsunterkünften gibt es kaum Möglichkeiten, sich zurückzuziehen. In dieser drängenden Enge können Schranken schnell fallen. Ein weiteres Problem ist, dass der Zugang zu den Einrichtungen oft nicht ausreichend geregelt ist. So könnten sich freiwillige Helfer für die Kinderbetreuung anmelden und sich die Nähe zu Mädchen und Jungen erschleichen, ohne dass sie irgendeiner Überprüfung unterzogen werden.“

Bisher gebe es zwar noch wenig bestätigte Fälle, aber die Dunkelziffer sei möglicherweise sehr hoch. Viele Übergriffe werden wohl nicht gemeldet. Rörig dazu weiter: „Viele Flüchtlinge kommen aus Ländern, in denen das Vertrauen in die Polizei und in staatliche Einrichtungen nicht groß ist. Sie schrecken dann auch in Deutschland davor zurück, Übergriffe zu melden. Hinzu kommt, dass viele Flüchtlinge befürchten, dass die Meldung von Übergriffen Einfluss auf ihr Asylverfahren haben könnte.“

In diesem Zusammenhang hat Rörig eine Checkliste mit Mindeststandards an alle relevanten Landesministerien verschickt: „Darin fordere ich, dass man alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern separat unterbringt oder auch nach Geschlechtern getrennte Duschen einrichtet. Es muss außerdem Ansprechpersonen in den Unterkünften geben, an die sich Opfer im Fall eines Übergriffs wenden können. Diese Angebote müssen in allen relevanten Sprachen bekannt gemacht werden.“

Die Anmerkungen Rörigs machen deutlich, welche Folgeprobleme die Asylflut mit sich bringt. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass Asylbewerber in den Unterkünften ethnisch nicht getrennt werden und Übergriffe vor allem von Muslimen ausgehen, dürfte Rörigs Maßnahmenplan allerdings an den wesentlichen Problemursachen vorbeigehen.

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