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Kinderporno-Affäre

SMS-Enthüllungen von Sebastian Edathy

Donnerstag, 18 Dezember 2014 14:39 geschrieben von  Torsten Müller
Sebastian Edathy Sebastian Edathy Quelle: edathy.de

Berlin - Dass die Affäre um den ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy politischen Sprengstoff in sich birgt, ist nicht erst seit dem erzwungenen Rücktritt des ehemaligen Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich (CSU) als Landwirtschaftsminister bekannt. Möglicherweise rollen nun weitere Köpfe.

Edathy soll vor dem eigens wegen ihm eingerichteten Untersuchungsausschuss befragt werden. Am Donnerstag sind sowohl Edathy als auch Michael Hartmann (SPD) geladen. Edathy ging nun in die Offensive und behauptete, dass führende Sozialdemokraten ihn erst vor Ermittlungen gegen ihn gewarnt, ihn dann aber fallengelassen hätten. SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi sagte dazu: „Ich bin sehr überrascht über die Aussagen von Sebastian Edathy, sie stehen im drastischen Gegensatz zu seinen bisherigen Einlassungen. Offenkundig möchte Herr Edathy damit das Spektakel vorbereiten, das am Donnerstag vor der Bundespressekonferenz und im Bundestagsausschuss droht. “ Ausdrücklich nahm Fahimi sowohl den aktuellen SPD-Fraktionsvorsitzenden Thomas Oppermann als auch den früheren innenpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Michael Hartmann in Schutz. Beide bestreiten bisher, Edathy vor Ermittlungen gegen ihn gewarnt zu haben.

Oppermann bezeichnete die aktuellen Einlassungen Edathys als „Verzweiflungstat“ und forderte ihn auf, bei der Wahrheit zu bleiben: „Ich wäre wirklich froh, wenn Sebastian Edathy das sagen würde, was wirklich gewesen ist.“

Problematisch könnte in diesem Zusammenhang vor allem werden, dass Edathy nun Teile seiner SMS-Kommunikation mit führenden Sozialdemokraten offengelegt hat, um zu belegen, dass diese ihn gewarnt haben. SPD-Funktionäre unterstellen ihm wiederum, damit von seiner Tat ablenken zu wollen. Vor allem für Oppermann wird die Luft allmählich dünn, da er frühzeitig von den Erkenntnissen des Bundeskriminalamts (BKA) gegen Edathy gewusst haben soll. Bisher bestreitet er vehement, dass er dem Edathy-Vertrauten Hartmann Erkenntnisse über die anstehenden Ermittlungen übermittelt habe.

Auch Hartmann selbst sieht sich Vorwürfen Edathys ausgesetzt, ihn vor den Ermittlungen gewarnt und sich an den damaligen Fraktionsvorsitzenden und heutigen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zu haben.

Es bleibt also spannend, wer auf welche Weise wie in die Edathy-Affäre verstrickt war. War Hans-Peter Friedrich seinerzeit möglicherweise nur ein Bauernopfer, dem jetzt weitere Minister und Abgeordnete folgen müssen?

Letzte Änderung am Donnerstag, 18 Dezember 2014 14:44
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