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Ähnlich wie in Frankreich

Soziologe Streeck warnt vor großen Integrationsproblemen

Sonntag, 13 März 2016 14:39 geschrieben von  Torsten Müller
Wolfgang Streeck (2015) Wolfgang Streeck (2015) Quelle: de.wikipedia.org | Maria Camila Romero | CC BY-SA 4.0

Berlin - Die etablierten Parteien sind sich weitgehend einig, dass es bei der Aufnahme von Asylbewerbern und Flüchtlingen nicht nur um zeitweilige Zuflucht gehen soll, wie es das Grundgesetz vorsieht, sondern dass der Großteil der Zuwanderer dauerhaft in Deutschland bleiben soll. Dies wird jedoch mit großen Problemen verbunden sein. Sowohl der Sozialstaat als auch die innere Sicherheit werden vor eine enorme Belastungsprobe gestellt, während immer mehr Menschen mit Demonstrationen und ihrem Wahlverhalten kundtun, dass sie diese Politik äußerst kritisch sehen.

Der Wirtschaftssoziologe Wolfgang Streeck hat nun mit Blick auf den demographischen Wandel deutlich gemacht, dass die Ausmaße der Einwanderung durchaus kritisch zu sehen sind: „Es stand in den letzten Jahren doch täglich in den Zeitungen, dass wir mindestens 500.000 Einwanderer pro Jahr bräuchten, um die Renten in 10 Jahren noch finanzieren zu können. Man kann aber keiner Gesellschaft so viel Einwanderung in so kurzer Zeit aufzwingen.“

Laut Streeck sei damit zu rechnen, dass Deutschland mit der großen Anzahl der Zuwanderer ebenso Integrationsprobleme bekommen wird, wie sie schon aus Frankreich bekannt sind: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir das besser können. Wir haben schon länger ausgeprägte Integrationsprobleme bei der zweiten und dritten Generation der türkischen Einwanderer. Viele schließen ihre Berufsausbildung nicht ab. Warum sollte das mit Pakistanern oder Afghanen besser laufen? Es gibt jede Menge Potential für Frustration bei den Einwanderern. Die kommen zum großen Teil hierher mit dem Druck, die Kredite, die sie zuhause bei ihren Familienmitgliedern aufgenommen haben, um die Reise zu finanzieren, zurück zu zahlen. Wenn die nun aber jahrelang nur Ausbildungsvergütungen oder gar Sozialtransfers bekommen, können sie das nicht.“

Der Soziologe macht auch darauf aufmerksam, dass die Einwanderung in Deutschland zur Bildung von Enklaven führen wird: „In einem Einwanderungsland bilden sich immer Enklaven von Angehörigen bestimmter Herkunftsländer, die unter sich ihre eigene Ordnung etablieren, mehr oder weniger in Einklang mit der umgebenden Gesellschaft. Wenn muslimische Einwanderer in Deutschland nach der Scharia heiraten wollen, werden sie das tun.“ Die Bildung von Enklaven könne nur verhindert werden, wenn man Einwanderung gänzlich verbietet.

Auch wenn diese Worte Streecks recht drastisch anmuten, wird doch deutlich, welche Folgeprobleme der Massenzuwanderung von der Politik bisher ausgeklammert werden. Die Deutschen müssen sich entscheiden, ob sie Massenzuwanderung und die damit einhergehende Bildung von Enklaven akzeptieren wollen oder ob sie der Zuwanderung stattdessen einen Riegel vorschieben wollen.

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