www.derfflinger.de

Freigegeben in Politik

Schengen-Europa öffnet dem Fahrradklau Tür und Tor

Studie: Diebstähle nehmen rasant zu – Ausländer erheblich überrepräsentiert

Donnerstag, 17 Juli 2014 11:56 geschrieben von  Jens Hastreiter
Fahrradklau Fahrradklau Quelle: pixabay.org

Berlin - In den Sommermonaten geht in Deutschland wieder der Fahrradklau um. Besonders betroffen sind größere Städte – 51 Prozent aller in der Bundesrepublik entwendeten Fahrräder werden in den 80 größten Kommunen entwendet. Dabei entstand allein 2013 ein Sachschaden in Höhe von mindestens 134 Millionen Euro.

Besonders alarmiert sind Fahrradbesitzer und Polizei, weil der Fahradklau seit Jahren drastisch zunimmt – bundesweit stieg die Zahl der Delikte allein zwischen 2012 und 2013 um sage und schreibe fast 4000 Fälle auf einen neuen Höchststand von 316.857. Spitzenreiter sind Magdeburg, Cottbus und Münster, gefolgt von Göttingen, Leipzig, Oldenburg und Potsdam. Noch am sichersten ist es in Süddeutschland, etwa in Pforzheim, Würzburg, Stuttgart und München.

Das Internetportal „geld.de“ veröffentlichte jetzt eine Studie zur aktuellen Entwicklung beim Fahrradklau und bringt dabei – unter Berufung auf Behördenangaben – auch unbequeme Wahrheiten zur Sprache. So zeigt sich gerade beim Fahrraddiebstahl, daß die europaweite Grenzöffnung für die Bürger nicht nur Vorteile bringt, sondern auch Kriminellen Tür und Tor öffnet.

Wörtlich: „Längst sind die Diebe nicht mehr nur Einzeltäter, sondern es handelt sich um organisierte Bandenkriminalität. Die meisten kommen nach Aussagen von Polizeidienststellen aus den osteuropäischen EU-Ländern oder den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens. Das größte Problem: Die fehlenden Grenzkontrollen ermöglichen es den hervorragend organisierten Kriminellen, leicht ins Land zu kommen und wenige Stunden nach den Raubritter-Zügen Deutschland wieder zu verlassen.“

Die Diebesbanden gehen dabei häufig sehr „kreativ“ vor, indem die gestohlenen Fahrräder oft noch in Deutschland in Einzelteile zerlegt oder auf Wochen- und Flohmärkten als Hehlerware im In- und Ausland verramscht werden. Die Besitzer sehen ihre Fahrräder in den meisten Fällen nie wieder – die Aufklärungsquote ist aus naheliegenden Gründen gering. Sie liegt bundesweit nur bei 9,6 Prozent und in den Stadtstaaten Hamburg (4,4 %), Berlin (4,0 %) und Bremen (6,2 %) besonders niedrig.

Heikel: Ausländer sind unter den Fahrraddieben erheblich überrepräsentiert. „Schaut man sich die Täterstruktur an“, schreibt „geld.de“, „so ist zu sagen: In Pforzheim sind 66,7 % der ermittelten Tatverdächtigen Bürger nicht-deutscher Herkunft, also Ausländer. Ähnlich in Offenbach am Main: Hier liegt die Ausländerquote der Täter bei 50,9 %, in Hamburg bei 47,5 % oder in Reutlingen bei 46,5 %. Deutschlandweit relativiert sich diese Quote: Hier sind lediglich noch 22,7 % der Täter nicht-deutscher Herkunft. Allerdings ist das bei einer Ausländerquote von rund 9 % in Deutschland immer noch überproportional hoch.“

Letzte Änderung am Donnerstag, 17 Juli 2014 16:07
Artikel bewerten
(5 Stimmen)