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Ex-Vorsitzende der PDV hofft auf Wende

Susanne Kablitz vom Institut für klassischen Liberalismus setzt auf Petry-AfD

Freitag, 31 Juli 2015 22:13 geschrieben von  Enno-Martin Cramer
Susanne Kablitz Susanne Kablitz Quelle: liberalesinstitut.de

Tönisvorst – Für die Vorstandsvorsitzende des Instituts für klassischen Liberalismus, Susanne Kablitz, besteht nach dem Machtwechsel in der AfD die Chance, grundsätzliche Fragen wie eine Reform des ungedeckten Papiergeldsystems auf die politische Agenda zu setzen und frische Luft in die deutsche Diskussionskultur zu bringen. In einem Beitrag für das Netzmagazin „Freiraum“ warf die frühere Bundesvorsitzende der libertären Partei der Vernunft (PDV) Ex-AfD-Chef Bernd Lucke vor, entsprechende Diskussionen stets abgewürgt zu haben. „Bernd Lucke war für mich der Tugendwächter einer Gesellschaft, die alles sein will – nur nicht offen für eine echte Demokratie (wenn es die überhaupt gibt)“, so Susanne Kablitz.

Unter der neuen AfD-Sprecherin Frauke Petry sieht die eingefleischte Anhängerin der Österreichischen Schule der Nationalökonomie hingegen „gute Voraussetzungen, dass die Debattenkultur, die in Deutschland und anderswo dringend eingeführt werden muss, wieder zu neuem Leben erweckt wird“. Susanne Kablitz diagnostiziert eine politische Erstarrung in Deutschland: „Die Menschen trauen sich kaum noch, die Dinge beim Namen zu nennen, weil sie permanent Angst haben, ‚rechts‘ zu sein, ein ‚Nazi‘ zu sein, ‚ausländerfeindlich‘ oder ‚nationalistisch‘. Es ist kaum noch möglich, sich frei zu entfalten, sich frei zu äußern, wenn es nicht dem links-grünen Vorschriftenkatalog entspricht.“

Zur Problematik der in Richtung Athen fließenden Hilfsgelder erklärte die liberale Institutsvorsitzende: „Die Griechenlandkrise ist keine Krise Griechenlands. Sie ist keine Krise des Euro. Sie ist schon mal gar keine Krise des Kapitalismus (den wir nicht haben), keine Krise des Liberalismus (den wir auch nicht haben), und sie ist keine Krise der Solidarität. Die Griechenlandkrise ist ganz einfach eine Krise des Falschgeldsystems, das sich hier offenbart. Je länger man diesen Irrsinn am Laufen hält, desto mehr Länder werden davon betroffen sein. Eines nach dem anderen wird wie ein Dominostein umfallen. Solange also das Falschgeldsystem nicht zu Fall gebracht wird, wird sich auch nichts ändern. Kein Herumdoktern an den Symptomen, kein Herumgipfeln bis zum Umfallen, kein Beschimpfen von irgendwelchen Wasserträgern. Nichts wird sich ändern, außer, dass es noch schlimmer werden wird.“ Von daher könne man nur hoffen, „dass die AfD sich nun fängt und tatsächlich zu einer Alternative für Deutschland wird“.

Susanne Kablitz, 1970 in Bielefeld geboren, ist ausgebildete Versicherungskauffrau und studierte Wirtschaftsrecht an der Fachhochschule Köln. Heute arbeitet sie als selbständige Finanzberaterin sowie als Dozentin für Geld- und Wirtschaftsthemen auf Grundlage der Österreichischen Schule der Nationalökonomie. Sie leitet das in Tönisvorst am Niederrhein ansässige Institut für klassischen Liberalismus, ist Mitglied der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft und Gründerin des Krefelder Hayek-Clubs. Daneben ist sie Verfasserin mehrerer Bücher und publiziert Beiträge in verschiedenen Online- und Printmedien wie „Freiraum“, „eigentümlich frei“, „The European“, „Junge Freiheit“ und „Wirtschaftswoche“. Kurzzeitig amtierte Susanne Kablitz als Bundesvorsitzende der PDV, trat jedoch im November 2014 von allen Ämtern zurück und aus der Partei aus.

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