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Bürgerprotest Dresden

Tatjana Festerling tritt für PEGIDA als Bürgermeisterkandidatin an

Mittwoch, 08 April 2015 23:17 geschrieben von  Dirk Schneider
Tatjana Festerling Tatjana Festerling Quelle: SACHSEN DEPESCHE

Dresden - Zur Ostermontagsveranstaltung lüfteten die Organisatoren der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEGIDA) das Geheimnis, wer für sie zur Wahl des Dresdner Oberbürgermeisters antritt: die ehemalige Hamburger AfD-Politikerin Tatjana Festerling.

Schon länger hatten die Veranstalter um Lutz Bachmann erklärt, einen eigenen Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 7. Juni dieses Jahres stellen zu wollen. Wie Bachmann erklärte, sei die Idee unter den Sympathisanten auf große Zustimmung gestoßen: So habe es Tausende positive Zuschriften deswegen gegeben.

Nun, zum „Osterspaziergang“, wurde Festerling offiziell vorgestellt. Bachmann rief die Dresdner auf, die für die Zulassung zur Wahl erforderlichen 240 Unterschriften bei der Stadtverwaltung abzugeben. Festerling dürfte für den Patriotischen Europäer keine Unbekannte mehr sein: bereits zum vierten Mal sprach sie auf einer der allmontäglichen asylkritischen Kundgebungen. Neben der Kritik an der Islamisierung unseres Landes und einer verfehlten Asylpolitik, beklagte die Politikerin auch die sexuelle Früherziehung unserer Kinder.

Zur 22. PEGIDA-Veranstaltung erschienen wieder mehr Menschen: Während die Veranstalter von 14.000 Teilnehmern sprachen, bestätigte die Polizei  7.100 Demonstranten. In der kommenden Woche wird  der niederländische Politiker Geert Wilders (Die Freiheit) erwartet. Bis zu dreißigtausend Teilnehmer werden zu der Veranstaltung am 13. April veranschlagt, bei der ein „internationales Line-Up“ versprochen worden ist.

Seit dem Führungsstreit innerhalb der PEGIDA, der damit endete, dass sich ein Teil der Organisatoren um Kathrin Oerthel abspaltete, sprachen bereits der Journalist Udo Ulfkotte, der ehemalige CDU-Politiker René Stadtkewitz und der Kabarettist Dr. Alfons Proebstl.

Für den Rechtsextremismusforscher Oliver Decker von der Universität Leipzig wird in PEGIDA ein politischer Wandel innerhalb der Gesellschaft sichtbar: „Man kann noch nicht von einer Konsolidierung sprechen, aber ich denke, wir haben es hier mit einer immer sichtbarer werdenden Sammlung am rechten Rand zu tun“. Es sei in den letzten Jahren immer wieder zu wellenartigen Bewegungen gekommen. „ In diese Wellenbewegung gehört auch PEGIDA, aber auch Momentaufnahmen wie die Veröffentlichungen von Thilo Sarrazin und anderen, die jeweils etwas mobilisieren, was danach aber wieder abklingt.“ Jedoch steige mit jeder Welle auch der Grad der Mobilisierung und „insofern kann es sein, dass auch die PEGIDA-Bewegung etwas anzeigt, was auf eine dauerhafte Verankerung hindeutet“, wenn es etwa einer Partei gelänge, „dieses Potenzial abzuschöpfen und zu integrieren“.

Letzte Änderung am Mittwoch, 08 April 2015 23:26
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