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Nach Sügida-Rede

Thüringer AfD trennt sich vom Kreisvorsitzenden Heiko Bernardy

Donnerstag, 29 Januar 2015 13:12 geschrieben von 
Heiko Bernardy Heiko Bernardy Quelle: AfD Thüringen

Magdeburg - Der Kreisvorsitzende der Südthüringer AfD, Heiko Bernardy, ist wegen seiner Rede auf der letzten „Sügida“-Veranstaltung als Wahlkreismitarbeiter von der Landtagsabgeordneten Corinna Herold entlassen worden.

„Sowohl die Teilnahme an der Veranstaltung als auch der Redebeitrag Herrn Bernardys waren weder von mir intendiert noch autorisiert“, erklärte Herold. Sie distanziere sich ausdrücklich von den Äußerungen ihres Parteikollegen. Diese widersprächen in Geist und Buchstaben ihren eigenen politischen Zielen und Wünschen. Ihre Partei bekenne sich zudem ausdrücklich zum Schutz von Flüchtlingen und Schutzsuchenden, sowie ein geregeltes Einwanderungsgesetz. Nach Bernardys Auftritt bei „Südthüringen gegen die Islamisierung des Abendlandes“ sehe Herold keine gemeinsame Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Der AfD-Politiker, der bereits zu Beginn seiner Rede betonte als „Privatperson“ zu sprechen, hatte am Montag auf der Kundgebung über die „nie dagewesene Einwandererflut“ gesprochen. Er kritisierte außerdem, dass es „längst zum Alltag geworden“ ist, dass „antideutscher Rassismus“ propagiert wird. Die Thüringer Landesregierung habe sich als „Feind unseres Volkes“ demaskiert, die sich mit dem „Antifa-Mob“ und „hirn- und würdelosem linksradikalen Lumpenpack“ eher solidarisiere als mit dem Bürger auf der Straße.

Der AfD-Kreisverband erklärte, in der Praxis könne es keine Differenzierung zwischen Privatperson und Kreisvorsitzendem geben. Die Rede entspräche nicht den politischen Zielen und Positionen der AfD. Die Thüringer AfD hatte sich bereits vor einigen Tagen ausdrücklich von der Sügida, sowie von „Rechtsextremismus und fremdenfeindlichen Umtrieben“ distanziert. Sie stehe für eine „wirkliche Integration und die strikte Einhaltung aller bestehenden gesetzlichen Regelungen“. Gerade bei dem Südthüringer Ableger von PEGIDA müsse kritisch geprüft werden, ob radikale politische Gruppen die Popularität von PEGIDA nicht als Trittbrett für ihre politischen Ziele nutzen wollen. „Eine Zusammenarbeit mit extremistischen Organisationen" werde "ausgeschlossen". Dies gelte "insbesondere für AfD-Funktionsträger und AfD-Mitarbeiter“.

Bernardy, der auch weiterhin hinter seiner Rede steht, erklärte, die Sügida-Teilnehmer bringen einen berechtigten Protest auf die Straße. Ihre Kritik gegen die gängige Asylpraxis muss gehört werden. Als Konsequenz auf seine Entlassung werde er die Partei verlassen und seinen Kreisvorsitz in Südthüringen niederlegen.

Am vergangenen Montag nahmen rund eintausend Menschen an der mittlerweile dritten Sügida-Veranstaltung in Suhl teil. Rund sechshundert Gegendemonstranten waren vor Ort.

Letzte Änderung am Dienstag, 03 Februar 2015 19:49
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