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„Der Islam gehört nicht zu Europa“

Thilo Sarrazin kehrt mit scharfer Merkelkritik zurück

Dienstag, 20 Januar 2015 20:45 geschrieben von 
Dr. Thilo Sarrazin, Volkswirt & Autor Dr. Thilo Sarrazin, Volkswirt & Autor Quelle: thilo-sarrazin.de

Berlin - Der frühere SPD-Politiker und Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin kritisiert Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre Aussage, der Islam gehöre zu Deutschland.

„Wenn die Kanzlerin der Meinung ist, dass der Islam zu Europas Tradition und Kultur gehört, hat sie nicht Recht“, so Sarrazin. „Wenn Angela Merkel meint, dass Muslime in Deutschland volle Bürgerrechte genießen sollen und uns dann willkommen sind, wenn sie sich integrieren, ist ihre Aussage richtig, aber auch banal.“ „Das Problem des Islam ist ja gerade, dass so viele demokratiefeindliche, gewalttätige Interpretationen dieser Religion im Umlauf sind und das Weltgeschehen bestimmen“, betonte er.  Die Kanzlerin weiche diesem Thema aus. „Dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu würde übrigens niemals der Satz von den Lippen gehen, das Christentum sei ein Teil der Türkei.“ Der Islam „mitsamt seinen radikalen, gewalttätigen Spielarten“ habe sich erst in den letzten vierzig Jahren „durch ungeplante und ungesteuerte Massenzuwanderung in die deutsche Gesellschaft“ hier ansiedeln können. „Zudem vernebelt Angela Merkels Aussage das eigentliche Problem: Ein wachsender Teil der muslimischen Mitbürger in Europa teilt die westliche Werteordnung nicht, will sich kulturell nicht integrieren und schottet sich in Parallelgesellschaften ab.“

Neunzig Prozent des Terrors, den wir derzeit in Europa erleben, gehe von radikalen muslimischen Organisationen aus. Die islamische Welt sei aktuell „dadurch gekennzeichnet, dass sie politisch instabil sind, Frauen und religiöse Minderheiten unterdrücken, zu Gewalt neigen, wenig aufgeklärt und demokratisch sind.“

Er könne nachvollziehen, warum abertausende Bürger deshalb aus Angst vor einer Islamisierung auf die Straße gehen. „Ich teile viele der Sorgen, die aus dem Kreis der Demonstranten geäußert werden“, erklärte er. „Nach meinem Eindruck bestehen sie mehrheitlich aus gewöhnlichen Bürgern aus der Mitte der Gesellschaft, auch wenn einige Fanatiker und Rechtsradikale unter ihnen sein mögen.“

Merkel hatte gegenüber dem türkischen Ministerpräsidenten die Aussage des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) bekräftigt: Sie sei ebenfalls der Meinung, der Islam gehört zu Deutschland. „Im jetzigen Klima ist es schön, das zu sagen. Aber es muss genau definiert werden, was damit gemeint ist“, erklärte daraufhin der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu. Er forderte von der Kanzlerin nun auch Taten. Neben einer entschiedeneren Bekämpfung der Islamfeindlichkeit, müsse sich die Politik ohne Wenn und Aber von PEGIDA distanzieren. Es sei darüber hinaus wichtig, den Islam als Religionsgemeinschaft in Deutschland anzuerkennen. „Der Islam muss aus den Hinterhöfen herauskommen“, sagte er.

Volker Beck, Innenexperte der Grünen-Bundestagsfraktion, schloss sich der Forderung des Türken an und forderte eine rechtliche Gleichstellung des Islam mit dem Christentum. „Die rechtliche Gleichstellung des Islam mit dem Christentum und Judentum ist eine wichtige Voraussetzung für eine gelungene Integrationspolitik.“

Letzte Änderung am Donnerstag, 22 Januar 2015 02:54
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