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Tiroler FPÖ deckt Bettlermafia auf – Etablierte wollen davon nichts wissen

Mittwoch, 20 August 2014 14:18 geschrieben von  Moritz Rauthner
Stadt Innsbruck Stadt Innsbruck Quelle: pixabay.com

Innsbruck - Für helle Empörung sorgt derzeit in Tirol der durch die Freiheitlichen erbrachte Nachweis, daß in Innsbruck eine betrügerische Bettlermafia zugange ist. Mit Hilfe eines Privatdetektivs gelang es der Tiroler FPÖ, die Innsbrucker Bettlerszene zu durchleuchten und ein Netzwerk nachzuweisen, dem die einzelnen Bettler angehören.

Schwarze und Rote zeigten sich empört über das Vorgehen der FPÖ, durch die Medien ging ein politisch korrekter Aufschrei. Während die „Tiroler Tageszeitung“ die Überwachung der Bettlermafia durch einen professionellen Detektiv als „Spionagewesen“ denunziert, spricht die SPÖ von einer „menschenverachtenden“ Vorgehensweise der Freiheitlichen.

Auf politischer Ebene versucht die zuständige Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP) das von der FPÖ angeprangerte und dokumentierte Bettlerunwesen zu relativieren. Sie bezeichnet die im Herbst 2013 verabschiedete Bettlerregelung als ausreichend. Die Polizei sei gefordert, für die Einhaltung der geltenden Regeln zu sorgen. „Die Stadt Innsbruck und Bürgermeisterin Oppitz-Plörer sind in der Verantwortung, von den Verordnungsmöglichkeiten Gebrauch zu machen und das Betteln zeitlich und räumlich begrenzt zu verbieten“, erklärte die Landesrätin in der „Tiroler Tageszeitung“. Die ÖVP sieht entgegen allen von der FPÖ dokumentierten Beweisen keine „organisierte gewerbliche Bettelei“, sondern „Betteln aus der Not heraus“.

Die Landtagsabgeordnete Gabi Schiessling (SPÖ) attestiert der FPÖ sogar „Verfolgungswahn“ und möchte ihr am liebsten eine Therapie verordnen. „In der FPÖ herrscht offenbar ein Verfolgungswahn, der therapeutisch behandelt gehört.“ Personell sollte die Polizei zwar aufgestockt werden, insgesamt will Frau Schiessling jedoch die sehr gute Arbeit der Exekutive hervorgehoben sehen. Eine überwachende Bürgerwehr brauche niemand. Und SPÖ-Klubchef Gerhard Rehei fühlt sich durch die Detektivarbeit der Freiheitlichen sogar an die StaSi erinnert.

Weder Schwarze noch Rote wollen allerdings wahrhaben, daß organisierte Bettlerbanden existieren und fortgesetzten Betrug betreiben. In Hamburg schrieb die „Morgenpost“ über dieses Phänomen, das angeblich in Innsbruck nicht existiert. Demnach kommen die meisten Bettler aus Südosteuropa geschlossen in Gruppen nach Hamburg. Manchmal sind es Großfamilien. Oft stammen alle aus ein und demselben Dorf. In diesem Jahr sind es besonders viele Slowaken: Auffallend ist, daß die meisten von ihnen einen Hund dabeihaben. Die traurig-treuen Augen der Vierbeiner sollen Passanten zu Tränen rühren – und die Geldbörsen öffnen.

Durch großen Einfallsreichtum wiederum zeichnen sich rumänische „Bettler“ aus: die einen simulieren Taubheit, die anderen eine Gehbehinderung, wieder andere „verschenken“ Rosen, verlangen dann aber im Gegenzug eine Spende. Besonders herzzerreißend ist der Anblick junger Mütter, die mit Babys im Arm auf dem Bürgersteig sitzen. Daß alle „Bettler“ oft genug zusammengehören und Mitglieder desselben Gaunerrings sind, zeigt sich, wenn sie zwischendurch mal Pause machen: Dann stehen „Gehbehinderte“, „Gehörlose“, „Rosenkavaliere“ und Mütter zusammen in einer Hausecke, rauchen und scherzen, um nach wenigen Minuten dann wieder die Leidensmiene aufzusetzen.

Genau dies deckte der von der FPÖ engagierte Privatermittler in Innsbruck ebenfalls auf. So sind offenbar sogar eigene Orthopäden für die Innsbrucker Bettlermafia tätig, die Spezialschuhwerk anfertigen, um die Beine der Bettler beim Gehen in eine gekrümmte Haltung zu zwingen. Dennoch: Schwarz und Rot wollen die seit Jahren geduldete Ausbreitung der Bettlermafia einfach nicht wahrhaben. Da helfen auch die Observationsergebnisse berufserfahrener Privatdetektive nicht.

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