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Berliner Wirtschaft

Traumschiff-Produzentin Beatrice Kramm wird Präsidentin der IHK

Dienstag, 12 Januar 2016 01:36 geschrieben von  Susanne Hagel
Logo der IHK Berlin Logo der IHK Berlin Quelle: http://www.ihk-berlin.de/linkableblob/1215740/data/Existenzgruendungsbroschuere-data.pdf

Berlin - Überraschend verkündete der Präsident der Berliner Industrie- und Handelskammer, Eric Schweitzer, auf der Vollversammlung seinen Rücktritt für Mitte März dieses Jahres. Erstmals soll die IHK in Zukunft von einer Frau geleitet werden: Die Juristin und TV-Produzentin Beatrice Kramm soll die Nachfolge antreten.

Schweitzer führte die Kammer seit knapp zwölf Jahren im Ehrenamt. In Zukunft wolle er sich wieder stärker auf sein Unternehmen konzentrieren. Zudem fordere ihn sein Amt als Präsident des Dachverbandes DIHK ausreichend. Er werde aber dennoch im Präsidium der IHK bleiben, kündigte er an. Er empfahl den rund einhundert Delegierten die Juristin zur Wahl, denn sie sei seit Jahren „unternehmerisch erfolgreich“. Bereits Mitte November hatte der Hauptgeschäftsführer Jan Eder erklärt, Schweitzer werde der Kammer womöglich nicht bis zum Ende seiner Amtszeit, die im Frühjahr 2017 enden würde, vorstehen. Im selben Atemzug verkündete er damals, er könne sich einen weiblichen Präsidenten „sehr gut vorstellen“.

Kramm ist bereits seit 2007 Vizepräsidentin der IHK. Zuvor arbeitete sie seit 1995 in der Film- und Fernsehgesellschaft Polyphon in Berlin-Adlershof, wo sie seit 2013 als Geschäftsführerin tätig war. Das Unternehmen produzierte neben der TV-Serie „Das Traumschiff“, auch „Familie Dr. Kleist“ und „Doctor´s Diary“. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), dankte Schweitzer für die jahrelange gute Zusammenarbeit. Über die Wahl von Kramm sei er „sehr erfreut“. Er wünschte ihr viel Glück. Die IHK bekomme mit Kramm „eine profilierte und eng mit Berlin verbundene Unternehmerin an die Spitze der Kammer“.

„Ich finde es ein tolles Zeichen für Berlin“, erklärte die Vorstandschefin der BVG, Sigrid Nikutta. Auch die Gasag-Vorsitzende Vera Gäde-Butzlaff zeigte sich erfreut über die Wahl: „Frau Kramm ist schon so lange im Präsidium, dass sie es bestimmt gut machen wird.“ Auch die Frauensenatorin Dilek Kolat, die Fraktionsvorsitzende der Grünen Ramona Pop sowie ihre Parteikollegin Renate Künast äußerten sich positiv über die designierte Präsidentin.

Am 14. März 2016 soll die Wahl der 50-Jährigen erfolgen. Ihre Wahl ins Ehrenamt gilt trotz Gerüchten um einen zuvor erfolgten Machtkampf hinter den Kulissen als sicher. Kritiker Schweitzers sollen sich demnach eher für den Immobilienmanager Matthias Klussmann als Nachfolger ausgesprochen haben. Dieser gehört zum Netzwerk des Hertha-Präsidenten und Unternehmers Werner Gegenbauer, das wiederum der SPD nahe steht. Schlussendlich soll sich das Präsidium aber auf Kramm verständigt haben.

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