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"Sachsentrend“ von Infratest dimap im Auftrag des MDR

Umfrage Sachsen: CDU und LINKE verlieren, AfD legt zu, NPD bei 5 Prozent

Donnerstag, 17 September 2015 23:31 geschrieben von  Johann W. Petersen
Dienstflagge des Freistaats Sachsen Dienstflagge des Freistaats Sachsen

Dresden – Nach den Ergebnissen einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des MDR müssen Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und seine CDU Federn lassen, wenn am nächsten Sonntag Landtagswahlen wären. Demnach bliebe die Union zwar weiterhin stärkste Partei im Freistaat, würde jedoch mit 38 Prozent um 1,4 Punkte schlechter abschneiden als bei der Wahl vor einem Jahr. Leichte Zugewinne könnte hingegen die SPD verbuchen, die auf 13 Prozent käme und damit um ein 0,6 Prozentpunkte besseres Ergebnis als 2014 einfahren würde. Die regierende schwarz-rote Koalition käme insgesamt auf 51 Prozent und hätte damit weiterhin die absolute Mehrheit.

Deutlich an Zuspruch hat die AfD gewonnen, die mit einem Ergebnis von 13 Prozent gleichauf mit der SPD liegen würde. Das bedeutet einen Zugewinn von über drei Prozent für die von Frauke Petry geführte Partei im Vergleich zu ihrem noch unter dem Parteivorsitz von Bernd Lucke erreichten Landtagswahlergebnis von 2014. Einen Stimmenverlust von rund zwei Prozent müsste die LINKE hinnehmen, die mit 17 Prozent wieder zweitstärkste Partei wäre. Die Grünen können sich leicht verbessern und liegen nun bei 7 Prozent. Die Ökopartei schaffte 2015 den Wiedereinzug in den Landtag mit 5,7 Prozent. Nach den vorliegenden Ergebnissen des „Sachsentrends September 2015“ wäre auch die NPD mit 5 Prozent wieder im Landtag vertreten. Die rechte Partei scheiterte im letzten Jahr denkbar knapp mit 4,95 Prozent und verpasste damit ihren dritten sächsischen Landtagseinzug in Folge. Die FDP ist hingegen weit von einem Parlamentseinzug entfernt. Sie würde mit 3 Prozent noch einmal 0,8 Prozentpunkte im Vergleich zu 2014 einbüßen.

Im Rahmen ihres aktuellen „Sachsentrends“ befragte Infratest dimap im Auftrag des MDR zwischen dem 9. und dem 14. September 2015 insgesamt 1001 Personen über 18 Jahre. Abgefragt wurden jedoch nicht nur die Parteipräferenzen, sondern auch die Zufriedenheit mit der Landesregierung und einzelnen Politikern sowie die Einstellung zur Flüchtlingspolitik. Hierbei fällt auf, dass die Sachsen wesentlich kritischer eingestellt sind als der Bundesdurchschnitt. Dennoch stimmten 81 Prozent der Befragten der Aussage „Ich schäme mich für die gewalttätigen Proteste gegen Flüchtlinge“ zu. 12 Prozent empfinden keine persönliche Scham. Zudem erklärten 44 Prozent ihre Bereitschaft, sich vor Ort für Asylbewerber zu engagieren. Ebenfalls 44 Prozent sind eher gegen die Aufnahme weiterer Flüchtlinge. 60 Prozent der Befragten erklärten, dass ihnen die Zahl der momentan nach Deutschland strömenden Migranten eher Angst mache. Bundesweit sind dies nur 38 Prozent.

In puncto Beliebtheit hat Ministerpräsident Stanislaw Tillich deutlich eingebüßt. Gaben vor einem Jahr noch 75 Prozent der Befragten an, sie seien mit der Arbeit des CDU-Regierungschefs zufrieden, sind es nun nur noch 60 Prozent. Tillich ist damit allerdings noch immer der beliebteste Landespolitiker Sachsens vor dem SPD-Chef und Wirtschaftsminister Martin Dulig, mit dem 32 Prozent der Befragten zufrieden sind. Das sind vier Prozent weniger als 2014. Beliebter als noch vor einem Jahr ist hingegen AfD-Chefin Frauke Petry, die sechs Prozentpunkte hinzugewonnen hat und nun das Vertrauen von 20 Prozent der Befragten genießt. Weit abgeschlagen sind der Landes- und Fraktionsvorsitzende der sächsischen LINKEN, Rico Gebhardt, mit 14 Prozent sowie Grünen-Chef Volkmar Zschocke mit 8 Prozent.

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