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Dopingbekämpfung

Umstrittenes Anti-Doping-Gesetz tritt in Kraft

Samstag, 19 Dezember 2015 22:35 geschrieben von  Susanne Hagel
Umstrittenes Anti-Doping-Gesetz tritt in Kraft Umstrittenes Anti-Doping-Gesetz tritt in Kraft Quelle: PIXABAY.COM

Berlin - Wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bekräftigte, ist das umstrittene Anti-Doping-Gesetz bereits in Kraft getreten. Es sei „ein klares Bekenntnis Deutschlands für einen sauberen und fairen Sport“, erklärte er.

„Dieses Gesetz war überfällig, wichtige Strafvorschriften treten jetzt in Kraft“, erklärte der CDU-Politiker. Mit dem neuen Anti-Doping-Gesetz könne nun wirksamer als in der Vergangenheit gegen leistungssteigernde illegale Mittel im Sport und gegen die dahinter stehenden kriminellen Organisationen vorgegangen werden.

Somit müssen Profisportler künftig damit rechnen, mit Gefängnisstrafen von bis zu drei Jahren belegt zu werden, wenn sie beim Dopen erwischt werden. Inhalt des Gesetzes sind zudem Verbote von Selbstdoping und dem Besitz entsprechender Substanzen. Wer als Hintermann enttarnt wird, muss gar mit Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren rechnen.

Das Gesetz war bis zuletzt umstritten. So äußerte etwa der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) Bedenken bezüglich der neuen Regelungen zur Strafbarkeit des Selbstdopings und des Besitzes von Dopingmitteln - „und zwar keineswegs, weil wir die Dopingbetrüger schützen wollen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Michael Vesper. Es stehe zu befürchten, dass durch die Strafverfahren sportrechtliche Sanktionen im Falle eines Freispruches außer Kraft gesetzt würden. Dies würde „zu einer Delegitimierung der sportrechtlichen Sanktionen“ führen. „Wir hoffen, dass unsere Befürchtungen nicht eintreffen“, so Vesper. Der DOSB hat dennoch eine Überprüfung des Gesetzes nach fünf Jahren durchsetzen können, betonte er.

Begrüßenswert sei hingegen die Stärkung der Schiedsgerichtbarkeit  und der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA. Diese zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem deutschen Gesetz: „Bestehende und funktionierende sportrechtliche Ahndungs- und Sanktionsmechanismen werden sinnvoll unterstützt, vorhandene Lücken, auch bei der Verfolgung von Doping unterstützenden Hintermännern, durch den staatlichen Strafverfolgungsanspruch geschlossen“, erklärte Andrea Gotzmann, die Vorstandsvorsitzende. „Das Miteinander von Sport und Staat bei der Verfolgung von Dopingverstößen wird nachhaltig gestärkt.“

Mehrere bekannte Sportler hatten sich im Vorfeld der Gesetzverabschiedung öffentlich gegen die Änderungen ausgesprochen. Sie fürchten durch die Beweislastumkehr in einem Verfahren ihre Unschuld beweisen zu müssen, wenn bei ihnen Dopingmittel gefunden werden – die vielleicht nur ein missliebiger Konkurrent untergeschoben haben könnte. Die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, Dagmar Freitag, widersprach: „Da gab es – zum Teil bewusst geschürte - Verschwörungstheorien, Deutschland mache wegen der klaren Anti-Doping-Haltung seine Sportler zu Zielen versteckter Attacken. Das halte ich schlichtweg für Quatsch.“

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