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Radpanzer Boxer

Verteidigungsexperten fordern mehr Panzer für Deutschland

Mittwoch, 15 Oktober 2014 18:41 geschrieben von  Susanne Hagel
Verteidigungsexperten fordern mehr Panzer für Deutschland Bild: Heldt

Berlin - Die Verteidigungsexperten der Koalition fordern für den Haushalt 2015 mehr Finanzmittel für die Anschaffung von Panzern für die Bundeswehr. Das gehe aus einem Antrag der Abgeordneten aus der CDU und der SPD hervor.

Demnach sollen weitaus mehr als die geplanten 225 Leopardpanzer und 190 Radpanzer Typ Boxer erworben werden. Weiterhin werde eine Modernisierung der vorhandenen Kampfpanzer angestrebt und ein neuer Kampfpanzer, der Leopard 3, solle entwickelt werden. "Die weltweite Sicherheitslage erfordert ein Umdenken, was den Stellenwert der Bundeswehr angeht - auch finanziell", heißt es in dem Schreiben der Abgeordneten. Es sei angesichts der derzeitigen Sicherheitslage nicht mehr angemessen, wenn Deutschland bei der Ausrüstung seiner Bundeswehr einen Sparkurs fährt. "Man muss die gepanzerten Kräfte wieder mehr in den Fokus rücken", unterstreicht auch CDU-Politiker Henning Otte.

Außerdem wollen die Verteidigungsexperten im kommenden Jahr die Ausrüstung der Soldaten mit dem System "Infanterist der Zukunft" weiter vorantreiben. Bisher seien vor allem deutsche Soldaten, die in Afghanistan stationiert waren, mit dem Ausrüstungspaket, welches unter anderem Bekleidung, Schutzwesten, Funkgeräte und Nachtsichtgeräte umfasst, ausgestattet worden. Das Verteidigungsministerium hatte zuletzt die Dringlichkeit dieser Maßnahme herabgestuft.

Auch dem Erhalt bereits vorhandener Ausrüstung widmen die Abgeordneten einen Passus: sie fordern die Erhöhung des Wartungsetats. Nachdem sich erst kürzlich gravierende Mängel vor allem an Großgeräten der Bundeswehr, wie etwa bei der Luftwaffe gezeigt hätten, müsse hier dringend eine Verbesserung des Materialerhaltes erfolgen.

Ebenso bereitet den Experten das das Luftabwehrsystem Sorgen: das Verteidigungsministerium hatte die Entscheidung über das künftige Systems Meads erneut auf kommendes Jahr verschoben. In ihrem Schreiben fordern die Politiker eine raschere Entscheidung noch in diesem Jahr.

Die Forderungen fallen in eine Zeit massiver Kritik. Zum einen musste Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erst kürzlich den maroden Zustand der Ausrüstung unserer Armee eingestehen: Der Prüfbericht stelle eine "schmerzhafte Diagnose", konstatierte von der Leyen vor wenigen Wochen. "Bei der Art und Weise, wie wir hochkomplexe Rüstungsprojekte managen, müssen wir deutlich besser werden."

Zum anderen sorgte Sigmar Gabriels restriktiver Umgang mit Rüstungsexportprojekten für scharfe Kritik von Seiten der Rüstungsindustrie. Vor allem die Panzerbauspezialisten von Rheinmetall und KMW fürchten seit der Ankündigung des SPD-Politikers, das Ausfuhrverbot solle vor allem Kleinwaffen und eben Panzer betreffen, um Aufträge.

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