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ISIS-Terror mit freundlicher US-Unterstützung

Viele Kämpfer der Terrorgruppe durchliefen eine amerikanische Ausbildung

Samstag, 21 Juni 2014 16:36 geschrieben von  Jens Hastreiter
Kämpfer aus Österreich reisten zum Syrien-Krieg Kämpfer aus Österreich reisten zum Syrien-Krieg Quelle: koptisch.wordpress.com

Berlin - Schon in der Vergangenheit bildeten die USA Kämpfer aus, die sie später selbst bekämpfen mußten. Das Beispiel der Taliban in Afghanistan ist unvergessen, aber nicht der einzige Fall.

Aktuell scheint Washington im Kampf gegen den syrischen Präsidenten al-Assad jedes Mittel (und jeder Verbündete) recht zu sein. Zur Unterstützung der „Aufständischen“ in Syrien sollen die US-Militärs Berichten zufolge auch die islamistischen Kämpfer des „Islamischen Staates im Irak und der Levante" (ISIS) trainiert haben.

Es schein so, als ob die US-Regierung auf der einen Seite zum „Kampf gegen den Terror" aufruft und mit Drohnen Jagd auf angebliche Terroristen macht, während sie auf der anderen Seite dafür sorgt, dass dem „Terror“ der Nachschub nicht ausgeht.

Nach Angaben von jordanischen Behörden unterhielten die USA im Jahr 2012 in Jordanien ein Ausbildungslager für die ISIS, um dort dutzende ISIS-Kämpfer für den Kampf gegen Baschar al-Assad zu trainieren.  Dabei sollen 200 Kämpfer vornehmlich im Anti-Panzer-Kampf ausgebildet worden sein. Auf diese Weise sollte für die „Freie Syrische Armee“ (FSA) ein gut ausgebildeter Kader geschaffen werden. In zwei jordanischen Trainingscamps wurden die Assad-Gegner auf den Kampf gegen die syrische Armee vorbereitet. Der „Guardian“ erwähnte sogar noch zusätzliche Ausbilder aus Frankreich und Großbritannien.

Angeblich hätten die USA die ausgewählten Kämpfer auf Verbindungen zur al-Kaida und anderen extremistischen Gruppierungen überprüft. Sollte dies stimmen, dann war die Überprüfung sehr oberflächlich, denn nicht wenige der ausgebildeten Männer kämpfen nämlich für die ISIS, die vom US-Verbündeten Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten bewaffnet und finanziert wird.

Mittlerweile unterhält ISIS auch Trainingscamps in der Türkei.

Es geschieht nicht zum ersten Mal, dass die USA Kämpfer ausbilden oder Gruppierungen unterstützen, die sie später als Terroristen bekämpfen. Das Szenario ähnelt quasi einer Maßnahme zur Arbeitsbeschaffung oder zum preisgünstigen Verschrotten alter Waffen.

Nachdem im Dezember 1979 die Sowjetunion in Afghanistan einmarschiert war, sahen die USA dadurch ihre geopolitischen Interessen in der Golfregion bedroht und suchten nach Möglichkeiten, den sowjetischen Einfluss zurückzudrängen. Das passende Werkzeug dafür fanden sie in ihrem traditionellen Verbündeten Pakistan. Unter dem maßgeblichen Einfluß von Jimmy Carters Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski wurde damit begonnen, von Pakistan aus die Mudschaheddin zu unterstützen.

Auch der spätere Top-Terrorist Osama Bin Laden kam 1980 nach Afghanistan, um gegen die Sowjets zu kämpfen. Mit der direkten Hilfe des militärischen Nachrichtendienstes der Streitkräfte Pakistans „Inter-Services Intelligence“ (ISI) und der indirekten der CIA wurden unter seiner Regie Zehntausende von Moslems ausgebildet und in den Kampf geschickt. Gleichzeitig hielt er den Geldfluß aus den arabischen Ölstaaten am Laufen, was auch von der CIA wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde. Doch später wandte sich Bin Laden mit der al-Qaida wie so mancher Söldnerführer vor ihm gegen seine heimlichen Arbeitgeber in Saudi Arabien und den USA.

Auch Saddam Hussein unterstützen die USA zunächst, um seine Macht im Irak zu festigen. Während des Krieges gegen den Iran versorgte Washington den Irak mit Informationen, auch über Luftabwehrstellungen des Iran. Der Irak erstickte daraufhin im April 1988 mit einer großangelegten Offensive auf der Halbinsel Fao den iranischen Angriff - gestützt auf Bombardements mit Chemiewaffen. Viermal wurde laut CIA Giftgas eingesetzt. Dabei kamen jeweils hunderte bis tausende Iraner ums Leben.

„Die Iraker haben uns nie gesagt, dass sie Nervengas einsetzen würden. Es war nicht nötig, wir wussten es schon", sagte der damalige US-Militärattaché in Bagdad, Rick Francona. Zur damaligen Zeit, im März 1988, setzte Saddam Hussein auch Nervengas gegen das kurdische Dorf Halabja ein, wobei 5.000 Menschen getötet wurden. Später passte Saddam dann nicht mehr ins geopolitische Konzept Washingtons, und die CIA konstruierten mit imaginären mobilen Giftgasfabriken einen Kriegsgrund, um die amerikanischen Interessen, insbesondere im Zusammenhang mit Erdöl, besser verfolgen zu können.

Nun herrscht Chaos im Land, und die Bevölkerung leidet unter dem Terror der ISIS-Kämpfer – die vielfach zuvor von US-Ausbildern gedrillt wurden.

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