www.derfflinger.de

Freigegeben in Politik

Verpasste Chancen

Wahlalternative 2017 (WA2017) - Evolution aus der AfD

Dienstag, 07 Juli 2015 19:23 geschrieben von  Denis Deppe
Bildschirmfoto vom 07.07.2015 Bildschirmfoto vom 07.07.2015 Quelle: wa2017.de

Berlin - Die Alternative für Deutschland (AfD) hat auf ihrem vergangenem Bundesparteitag Frauke Petry zur neuen Parteisprecherin erkoren, die dieses Amt – gratia Bernd Luckes Diktatorensatzung- ab November alleine ohne Co-Sprecher ausfüllen wird, ein Fakt, der offenbar im Bewußtsein der meisten Jubler von heute ausgeblendet ist.

Um zu sehen, was das bedeutet, schaue man dahin, wo sie bereits Sprecherin ist, nach Sachsen. Man frage den ehemaligen Admin des Parteiforums, Steffen J., was eine Petryherrschaft bedeutet, man frage den ersten Schatzmeister der AfD Sachsen Jens S. oder man frage den „gestrichenen“ Listenkandidaten Arvid S. nach dem Rechts- und Demokratieverständnis einer Frau Petry. Und man betrachte ihre bevorzugten Gefolgsleute, man betrachte den Kleinsäugerlobbyisten Uwe Wurlitzer und Abmahnungs-Kretschmann und den Rechtsanwalt Muster und deren Tun in Sachsen.

Treffend in dem Zusammenhang ist ein Zitat von Michael Heendorf:“Einer der größten Fehler meines Lebens war die Einsetzung von Frauke Petry als Landesbeauftragte für Sachsen.“

Diese Frau Petry hat also der Parteitag zur neuen Sprecherin gekürt, und die Chance verpaßt, tatsächlich eine anständige Alternative zu den etablierten Parteien zu werden. Der Glaube der Einfädler und Organisatoren von Luckes Sturz, man könne Frauke Petry mit genug guten Leuten innerhalb des Bundesvorstandes einmauern, hat sich bereits auf dem Parteitag zerschlagen, als verschiedene Kandidaten ihrer „Liste“ durch das Wahlverhalten der Sachsen – und der entsprechend gebrochenen Absprachen – eben nicht in den Vorstand kamen und stattdessen der Frau Petry wesentlich freundlicher gesinntere Kandidaten in der Vorstand gehoben wurden. Und so wird’s weitergehen, bis sie sich ihrer Vorstandsmehrheit jederzeit sicher sein kann, genau wie in Sachsen vorexerziert. Und wer aufmuckt, wird abgesägt. Was als vermutlich erstes Opfer den anständigen und ordentlichen Klaus Fohrmann zeitigen wird, hinter dem obendrein auch noch ein wesentlich flexiblerer Bodo Suhren als Stellvertreter lauert. Der weitere öffentliche Streit ist nach 2-3 Wochen entschieden zur Schau getragenen Einigkeit absolut vorprogrammiert. Und man darf sicher sein, daß diese 2-3 Wochen in der Presse auch noch durch die auf Rache sinnenden gescheiterten Weckrufer mit kräftig Material über Personal und Verfehlungen der AfD gefüllt werden, in Rheinland-Pfalz hat das wohl bereits mit dem heutigen Montag nach dem Parteitag begonnen.

Eine weitere verpaßte Chance: die Möglichkeit, diejenigen Kräfte in der AfD, die eine wirkliche Opposition verhindern wollen, loszuwerden, wurde nicht genutzt und stattdessen die Einigkeit der Partei beschworen. Die es einfach politisch nicht gibt, das muß man klar konstatieren. Die politischen Ränder der Partei sind soweit voneinander entfernt, daß sie nie und nimmer zueinander finden können. Anstatt nun die Gelegenheit zu einem Ende mit Schrecken zu nutzen, hat man sich für den Schrecken ohne Ende entschieden, mithin wird also weiter eine laute Minderheit die absolute Mehrheit ihrer Parteikollegen mit Nazikeule-Rufen und unverbrüchlicher Transatlantiktreue nerven. Und im Herbst ebenfalls die endlich nötige Programmatik durch eingeforderte Rücksichtnahme und Parteieinigkeit so aufweichen, daß die Leute, die heute jubeln, morgen ausgesprochen lange Gesichter machen werden. Wenn's denn überhaupt im Herbst eine Programmatik gibt, mit Hampel wurde ja ein ausgesprochen entschiedener Vertreter der Linie „Am Besten kein Programm, da können wir sagen, was wir wollen“ (Zitat A.P. Hampel, 3. Juli 2014, in Lüneburg) in den Vorstand gewählt. Davon ab wäre die einzig richtige Verfahrensweise gewesen, durch die Personalwahlen den Liberalen zu verstehen zu geben: „Nehmt's nicht persönlich, aber geht zur Hölle!“. Mit der Wahl des blassen und nicht für sonderliche Aktivität bekannten Meuthen wurde aber das gegensätzliche Signal gesendet und die Gelegenheit zum Bau einer wirklichen einigen und schlagkräftigen Partei verschenkt.

Insgesamt wurde am 4. und 5. Juli in Essen also konsequenterweise die Chance verpaßt, eine wirklich neue politische Kraft auf Kurs zu bringen und Luckes Erbe wird auch zukünftig für sinkende Prozente sorgen, ganz im Sinne der Etablierten.

Was uns ehemalige AfDler in der Wahlalternative 2017 in der Richtigkeit unserer Entscheidung bestärkt, nur abseits der Alternative für Deutschland und dem Luckeschen Status Quo des „korrekten Denkens“ die für Deutschland notwendige Politik einläuten zu können. Ein erster Schritt war die Vorlage unserer 12 Kernthesen letzte Woche, die die unserer Meinung nach drängendsten 12 Problemlagen in Deutschland benennen. Dazu liefern wir diejenigen Vorschläge zur Problemlösung, die sich einem auf Selbsterhaltung und Wohlfahrt des deutschen Volkes und der deutschen Nation orientiertem Verstand aufdrängen, unbeeinflußt von Gutmenschentum, vorgeblicher historischer Verantwortung und politischer Korrektheit. Wir brechen damit mit dem gesellschaftlich akzeptiertem Mainstream und auch dem ängstlichem Taktieren der AfD und stellen stattdessen unseren Fuß fest auf die Erde und fordern, was unser Menschenrecht ist: Die Früchte unserer Arbeit selber zu genießen, unsere eigenen Regeln in unserem eigenem Land zu haben und in Frieden und Freiheit zu leben.

Diesen 12 Kernthesen werden wir im Laufe des Jahres noch wesentlich mehr Aussagen folgen lassen, die wir als nachgeordnet und weniger dringend empfinden, aber die zu einer grundlegenden Reform der gesetzes- und regelungsüberfrachteten Bundesrepublik Deutschland notwendig sind. Nicht zuletzt bedarf es auch einer grundsätzlichen Diskussion über unsere ethischen, gesellschaftlichen und spirituellen Werte. Die christlichen Kirchen befinden sich seit Ende des letzten Krieges im Niedergang, wie sich jedem offenbart, der einmal in einer beliebigen Großstadt sonntags morgens die Kirchgänger zählt. Der Vernichtung der gesellschaftlichen Werte durch die 68er ist nicht entgegengesetzt worden, die vielpropagierten und vielbeschworenen Bessere-Welt-Kampfbegriffe Toleranz, Akeptanz, Gerechtigkeit sind eher sozialistischer Natur und stehen für alles und nichts, ein Pandämonium der Beliebigkeit und Nichtigkeit. Da die Natur aber das Nichts verabscheut, drängen andere, bevorzugt wenig freiheitliche und aggressive Wertesysteme in die Lücke. Islam, diverse Sekten und Freikirchen, Scientology und wie sie alle heißen. Ein Leben unter der Ägide dieser Wertesysteme scheint für den durchschnittlichen Deutschen allerdings wenig lebenswert, wir müssen daher diskutieren, welches Wertesystem wir dem entgegensetzen wollen und können, das sowohl physisch, psychisch und spirituell die Fortführung unserer Kultur, unserer Traditionen und unserer Lebensweise, kurz uns Deutschen entspricht. Auch hier sieht sich die Wahlalternative 2017 aufgerufen, Vorschläge zu unterbreiten und wir freuen uns über jeden Vernünftigen der mitwirken möchte.

Keine verpassten Chancen mehr!

Artikel bewerten
(6 Stimmen)