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Ist Ursula von der Leyen noch "einsatzfähig"?

Wehrbeauftragter warnt vor weiteren Auslandseinsätzen

Freitag, 26 September 2014 21:24 geschrieben von  Torsten Müller
Wehrbeauftragter warnt vor weiteren Auslandseinsätzen Quelle: bundeswehr.de

Berlin - Die Tatsache, dass die Bundeswehr in weiten Teilen über mängelbehaftetes Gerät verfügt, dass viele Panzer, Helikopter, Transportflieger und Kampfjets nicht mehr einsatzbereit sind, wird möglicherweise auch weitere Konsequenzen mit sich bringen.

Der amtierende Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus (FDP) warnt vor weiteren Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Während die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eine stärkere Beteiligung der Bundeswehr an internationalen Einsätzen fordert, weist Königshaus darauf hin, dass dies unter gegebenen Umständen nicht möglich sei.

Königshaus dazu wörtlich: „Die Auslandseinsätze der Bundeswehr sind mit der derzeitigen Ausstattung nicht weiter ausweitbar. Dies stellt eine nicht hinnehmbare Überlastung für das verantwortliche Personal dar.“ Der FDP-Politiker merkte an, dass sich der durchschnittliche Instandhaltungsaufwand für eine Flugstunde mit dem Marine-Hubschrauber „Sea King“ von 50 auf 120 Stunden erhöht habe. Königshaus stellt fest, dass die Bundeswehr nicht hinreichend auf die aktuellen Auslandseinsätze vorbereitet sei. Die Einsatzbereitschaft sei in weiten Teilen eingeschränkt.

Besonders in den Bereichen Lufttransport und Sanitätsdienst habe man „einen derartigen Belastungsfaktor erreicht, dass wir nicht mehr zur Regeneration, und zwar übrigens auch des Personals in der Lage sind“. Gerade in diesen Bereichen, in denen die Bundesregierung immer mehr Zusagen mache, seien die Soldaten komplett überlastet.

Auf der einen Seite sind die Soldaten mehr und mehr überlastet, auf der anderen Seite ist man kaum noch imstande, das Gerät angemessen zu warten. Die Waffen seien überaltert, die Mittel für die Beschaffung von Ersatzteilen wurden in den letzten Jahren zunehmend reduziert. Königshaus dazu wörtlich: „Früher hat sich die Bundeswehr für einen neuen Hubschrauber gleich die Ersatzteile mitliefern lassen.“ Dies wurde auf bis zu zehn Prozent herunterfahren.

Ganz konkret sind derzeit zahlreiche „Eurofighter“ nicht einsatzbereit, haben Marine-Hubschrauber Risse und sind die überalterten „Transall“-Flieger mit den Bedingungen in den Einsatzgebieten überfordert.

Dass diese politisch geduldeten, technischen Pannen ganz gravierende Folgen haben können, beweist der Fall der Bundeswehrausbilder, die in den Nordirak reisen sollten, aber wegen eines defekten Flugzeugs mit einer Woche Verspätung starten mussten. Die Ausbilder saßen danach mehrere Tage in Bulgarien fest, weil auch die Ersatzmaschine defekt war.

Die Politik treibt die Soldaten in sinnlose und nicht im deutschen Interesse stehende Einsätze, ohne dafür zu sorgen, dass sie zumindest technisch ausreichend dafür vorbereitet sind, um gesund zurückzukehren.

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