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Ausschreitungen in Heidenau

Zentralrat der Juden fordert NPD-Verbot

Dienstag, 25 August 2015 17:14 geschrieben von  Susanne Hagel
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Berlin - Der Zentralrat der Juden fordert ein NPD-Verbot, nachdem es in Heidenau in Sachsen zu Ausschreitung infolge von Demonstrationen gegen die aktuelle Asylpolitik gekommen war.

Laut Aussage des Zentralratspräsidenten Josef Schuster zeigten in Heidenau rechtsradikale Organisationen und „insbesondere die NPD“ „ihr wahres Gesicht“. Umso dringender sei nun ein Verbot. Schuster erklärte, es sei erschreckend, mit welchem Hass und welcher Aggression gegen die Asylanten polarisiert werde, obwohl diesen kein anderer Ausweg geblieben sei, als aus ihrer Heimat zu fliehen.

Der Bürgermeister von Heidenau, Jürgen Opitz (CDU), warb unterdessen für eine Willkommenskultur und rief die Bewohner Heidenaus dazu auf, den Asylbewerbern freundlich entgegen zu kommen. Er habe nicht damit gerechnet, dass der sich bereits seit einigen Monaten steigernde Unmut in „nackte Gewalt“ umschlägt.

Auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel forderte ein härteres Vorgehen gegen die Asylgegner: Das „rechte Pack“ müsse weggesperrt werden, so der Politiker. Sein Stellvertreter Ralf Stegner bezeichnete Angela Merkel als „Schönwetterkanzlerin“, weil sie seiner Meinung nach nicht hart genug durchgreife.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt kritisierte die Kanzlerin ebenfalls: „Ich warne vor einem neuen rechten Terrorismus à la NSU. Die Zögerlichkeit von Angela Merkel, hier die richtigen Worte zu finden, kann ich nicht mehr verstehen.“

Der Berliner Piratenabgeordnete Gerwald Claus-Brunner würde gegen die Asylkritiker gern sehr viel radikaler vorgehen und „einfach russische Panzer drüberrollen lassen und der Drops wäre gelutscht“, wie er auf seinem Twitterprofil erklärte.

Unterdessen widerspricht der sächsische NPD-Vorsitzende Jens Baur den gegen seine Partei erhobenen Vorwürfen: „Die Veranstaltung am Freitag wurde schon gegen 19 Uhr 30 aufgelöst, die Situation vor dem Asylbewerberheim eskalierte aber erst gegen 23 Uhr, also geschlagene dreieinhalb Stunden später. Es ist also schlicht und einfach falsch, wenn nun berichtet wird, die Eskalation wäre aus einer NPD-Demonstration heraus erfolgt.“ Die NPD lehne „jedwede Form von Gewaltanwendung in der politischen Auseinandersetzung ab“, betonte er.

In der sächsischen Stadt nahe Dresden kam es im Rahmen von Demonstrationen gegen ein Asylantenheim, in dem insgesamt bis zu sechshundert Asylantragsteller untergebracht werden sollen, immer wieder zu Krawallen durch rechte und linke Kräfte. So wurden am Freitag und Samstag durch Angriffe auf Polizisten durch vermutlich rechte Randalierer mehrere Polizisten verletzt. Am Sonntag zogen dann Linksextremen durch die Stadt und attackierten mit Knüppeln bewaffnet wahllos ihnen rechts erscheinende Personen. Dabei wurden drei Menschen verletzt.

Letzte Änderung am Dienstag, 25 August 2015 17:24
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