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Ab wann ist man deutsch?

Zuwandererkinder fordern „Quoteneinwanderer“ für öffentliche Behörden

Dienstag, 10 Februar 2015 01:59 geschrieben von 
Zuwandererkinder fordern „Quoteneinwanderer“ für öffentliche Behörden Quelle: pixabay.com

Magdeburg - Die häufig in Deutschland geborenen und hier aufgewachsenen Kinder von Zuwanderern wollen mehr Einfluss auf die deutsche Gesellschaft ausüben. Auf dem ersten Bundeskongress der „neuen Deutschen“ stellten sie ihren Forderungskatalog vor.

Die vier Sprecher Ferda Ataman (Neue deutsche Medienmacher), Tahir Della (Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland), Farhad Dilmaghani (Deutsch-plus) und Leila Younes El-Amaire (Verband Juma) fordern stellvertretend für die rund sechzehn Millionen Einwanderer beziehungsweise deren Kinder und Enkel ein Ende der Unterscheidung zwischen „richtigen Deutschen“ und anderen.

„Auch wir sind das Volk, wir sind da, wir sind deutsch und wir wollen mitentscheiden“, erklärte Dilmaghani. „Wir würden gerne darüber mitreden, wie wir bezeichnet werden“, ergänzt Ataman. Gemeinsam mit mehr als 150 Vertretern „Neuer deutscher Organisationen“ fordern die vier die Einführung von Quoten: „Wir wollen keine Behörden, staatlichen Unternehmen, Parlamente, Gremien, Rundfunkräte, Wohlfahrtsverbände, in denen immer noch (fast) nur Herkunftsdeutsche sichtbar sind“, so der Forderungskatalog der „neuen Deutschen“. „Neue Deutsche“ müssten einen angemessenen Anteil an der Belegschaft in sämtlichen Behörden und Parlamenten haben, der notfalls mittels Quote den Anteil in der Bevölkerung widerspiegeln müsse.

Neben der Forderung, sich selbst einen Namen zu geben, solle diese Selbstbezeichnung dann auch von anderen ohne „bohrende Nachfragen“ akzeptiert werden, so der Katalog. Die Bundesrepublik solle sich neben dem Bekenntnis, ein Einwandererland zu sein, auch zu seiner Einwanderungsgesellschaft offiziell bekennen und dies stärker in den Geschichtslehrplänen integrieren. Natürlich müssten die Initiativen „neuer Deutscher“, ebenso wie auch Initiativen gegen Fremdenfeindlichkeit und Homophobie, künftig wesentlich besser finanziell unterstützt werden.

Die derzeitige Integrationspolitik müsse zudem durch eine Gesellschaftspolitik ersetzt werden und sich somit weniger nur auf Migranten fokussieren, sondern vor allem auf Maßnahmen gegen Diskriminierung setzen. Sie müsse zudem alle Teile der Gesellschaft ansprechen, die abdriften oder sich abschotten, sagte Ataman.

Debatten über einzelne Religionsgruppen lehne man ab: Diese seien weder hilfreich für die Gesellschaft, noch gut für das Ansehen Deutschlands in der Welt. El-Amaire, die selbst Kopftuch trägt, erklärte, es sei letzlich egal, ob der Islam zu Deutschland gehöre oder nicht, da die Religionsfreiheit zu Deutschland gehöre. Es könne aber nicht sein, dass sich viele Muslima gar nicht mehr trauten, einen Schleier anzulegen, so die Sprecherin der Initiative junger Muslime (Juma).

Nun wollen sich die Zuwandererkinder in Form eines Dachverbandes präsenter machen um für ihre Minderheit solange zu kämpfen, bis ihre Forderungen erfüllt sind.

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