www.derfflinger.de

Freigegeben in Regional

Neuer kommissarischer Präsident

Im Lageso soll endlich Schluss sein mit dem Chaos

Freitag, 15 Januar 2016 22:08 geschrieben von  Susanne Hagel
Michael Müller Michael Müller Quelle: de.wikipedia.org | Ulrich Horb - SPD-Fraktion des Abgeordnetenhauses von Berlin | CC BY-SA 3.0

Berlin - Wie Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und der Sozialsenator Mario Czaja (CDU) mitteilten, ist ein neuer kommissarischer Präsident für das seit Monaten in den Schlagzeilen stehende Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) gefunden: Sebastian Muschter, Experte für öffentliche Verwaltungen und IT-Optimierungen des Unternehmensberaters McKinsey soll das Amt für maximal zwölf Monate übernehmen.

Bereits seit September 2015 gehöre Muschter zum Krisenstab des McKinsey-Teams, welches Flüchtlingsstaatssekretär Dieter Glietsch einberufen hatte, um dem Berliner Chaos bei der Unterbringung und der Versorgung der Asylanten Herr zu werden. Nun wechselt der gelernte Diplom-Kaufmann von einer beratenden in eine umsetzende Tätigkeit. Dabei sei ihm bewusst, welch große Verantwortung er übernehme, erklärte Muschter.

Die jetzigen Strukturen im Lageso seien „nicht tragfähig“, kritisierte er. „Ich will gemeinsam mit den Mitarbeitern versuchen, das in den Griff zu bekommen.“ Czaja zeigte sich über die gefallene Entscheidung sehr zufrieden. Es heißt, Muschter sei sein Wunschkandidat für den Posten gewesen. Dieser soll zudem personell Verstärkung erfahren: Zum einen soll Glietsch mit Wolf Plesmann einen Stellvertreter im Koordinierungsstab erhalten. Im Lageso selbst werden vier neue Leitungspositionen eingesetzt, die die Bereiche Personal, Organisation, Haushalt und den Leistungsbereich verbessern sollen und als „Kriseninterventionsteam“ vor allem dafür sorgen soll, „die Bearbeitungskapazitäten in den verschiedenen Bereichen des Landesamtes deutlich zu steigern“, so die Aussage des Senats.

Czaja ergänzte, auch die Zahl der Mitarbeiter solle bestenfalls von dreihundert auf bis zu sechshundert Arbeitnehmer verdoppelt werden, 256 neue Stellen seien für die Jahre 2016/2017 vorgesehen. Alleine im Leistungsbereich, wo die Asylanten Geldauszahlungen erhalten, soll die Bearbeitungskapazität versechsfacht werden, um dem Ansturm gerecht werden zu können. Weiteres Ziel sei, die Zahl der Registrierungen zu erhöhen: von bisher sechshundert Asylanten auf eintausend pro Tag. Hierfür solle eine weitere Registrierungsstelle eröffnet werden.

Langfristig sei eine Auslagerung sowohl der Registrierung als auch der Auszahlungen aus dem Lageso geplant. Im Gespräch seien der Flughafen Tempelhof und das ehemalige Kongresszentrum ICC. Außerdem sollen Asylangelegenheiten künftig in einem neu zu schaffenden Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten bearbeitet werden.

Muschter ersetzt vorübergehend das Amt des ehemaligen Präsidenten des Lageso, Franz Allert. Dieser wurde monatelang stark kritisiert, weil es ihm nicht möglich war, dem Asylchaos vor den Toren des Lagesos beizukommen. Nachdem Müller Allert im Dezember öffentlich zum Rücktritt aufforderte, räumte dieser den Posten. Die Stelle wird nun neu ausgeschrieben.

Artikel bewerten
(1 Stimme)