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Düsseldorf - Weit mehr als jeder zweite Asylantrag in Nordrhein-Westfalen wird abgelehnt, und jeder rechtskräftig abgelehnte Asylbewerber ist nach normalem Rechtsverständnis eigentlich ausreisepflichtig. In der Praxis leben im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland derzeit mehr als 52.000 abgelehnte Asylbewerber, während gleichzeitig ständig neue Asylanten ins Land strömen. Die Abschiebung ist das letzte Sanktionsmittel, wenn abgelehnte Asylbewerber das Land nicht freiwillig verlassen – und kaum ein ausreisepflichtiger Asylbewerber verlässt das Land freiwillig. Bis Anfang Juli nutzten in Nordrhein-Westfalen lediglich 3.222 abgelehnte Asylbewerber die „geförderte Ausreise“. In diesen Fällen gab es eine Übernahme der Reisekosten und sogar eine finanzielle Starthilfe für den Neuanfang im Heimatland. Jede zweite freiwillige Ausreise führte in den Balkan. Wer freiwillig ausreist, dem bleibt ein Einreise-Sperrvermerk im Pass erspart, so dass eine spätere Einreise trotz eines bereits abgelehnten Asylantrages möglich bleibt.

Duisburg - Nach der bayerischen Landeshauptstadt München, wo die frühere Bayernkaserne seit Monaten mit Asylbewerbern hoffnungslos überfüllt ist und die Anwohner inzwischen offen protestieren, könnte Duisburg der nächste Brennpunkt des bundesdeutschen Zuwanderungsdesasters werden. Dort sieht sich die Stadt jetzt gezwungen, die frisch ankommenden „Flüchtlinge“ in improvisierten Zeltsiedlungen unterzubringen.

Die neue Zeltstadt ist auf dem stillgelegten Ascheplatz der Sportfreunde Walsum 09 im Entstehen begriffen, dem nördlichsten Bezirk Duisburgs an der Grenze zu Oberhausen und dem Niederrhein. Hier stehen nun 20 Zelte mit jeweils 30 Quadratmetern. Hinzu kommen mehrere Aufenthaltszelte und eines für die Kinderbetreuung. Zusammen bilden sie das neues Asyl-Auffanglager der Stadt, das jetzt offiziell eingeweiht wurde.