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Dienstag, 26 August 2014 16:04

Die EZB verschärft die Eurokrise

Frankfurt am Main - Die Politik des billigen Geldes und der angeworfenen Notenpresse hat die Eurokrise nicht lösen können – im Gegenteil! Sie hat sie verschärft und verzögert, auch wenn das so offensichtlich noch nicht bemerkt wird. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit ihrer fahrlässigen Politik eine Entwicklung in Gang gesetzt, die das Zusammenbrechen der Euro-Zone schon sehr bald zur Folge haben könnte. Banken können sich derzeit im Rahmen der Politik des billigen Geldes refinanzieren und damit hochverzinsliche Staatsschulden der Krisenstaaten kaufen. Sollte nun eine Bank erneut ins Straucheln geraten, drohen auch den Staatsanleihen starke Verluste.

Frankfurt am Main - Noch vor einigen Wochen wäre der Banco Espirito Santo (BES) eine zufriedenstellende Analyse ausgestellt worden und immerhin sind EZB-Prüfer auch am portugiesischen Bankenmarkt zu Werke, die Bücher zu sichten, ohne daß jedoch die Alarmglocken zu vernehmen gewesen wären. Stets werden die Probleme erst dann sichtbar, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Und selbst als die BES-Krise geradezu im sprichwörtlichen Sinne virulent zu werden drohte, spielte der portugiesische Ministerpräsident Pedro Passos Coelho die Problematik noch herunter, indem er behauptete, das angeschlagene Institut habe ausreichend Kapital für seinen Schuldendienst. Kaum war dieser Zweckoptimismus ausgesprochen, mußte die Krisenbank mit fast fünf Milliarden Euro europäischem Rettungsgeld unterstützt werden. Dies erhöhte weder das Vertrauen der Sparer in die Maßnahmen der politischen Krisenprophylaxe noch das Vertrauen der Banken untereinander.

Frankfurt am Main - Rettungsschirm raus – Rettungsschirm rein? Erst im Mai hat Portugal den Rettungsschirm verlassen und schon ziehen finanzpolitische Gewitterwolken über Portugals größter Bank auf. Nachdem die Kurse der Banco Espirito Santo empfindlich einsackten, setzte die Börsenaufsicht in Lissabon das Institut vom Handel bei einem Kurs von 0,50 Euro aus. Die Börsenaufsicht Großbritanniens verbot Leerverkäufe von BES-Titeln, um das Papier durch Wetten auf weiteren Kursverfall nicht noch stärker unter Druck geraten zu lassen. Ursache der neu aufgeflammten Schieflage soll eine Überschuldung des Großaktionärs ESFG sein, der den Kapitaldienst für Kredite von über sieben Milliarden Euro nicht mehr vollständig zu leisten imstande sei. Gegen die in Luxemburg ansässige Muttergesellschaft Espirito Santo International laufen bereits seit längerem Untersuchungen auf Unregelmäßigkeiten und auch bei der ebenfalls der Finanzgruppe angehörigen Banco Espirito Santo Angola sollen jüngst 5,7 Milliarden verschwunden sein.