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Frankfurt am Main - Noch vor einigen Wochen wäre der Banco Espirito Santo (BES) eine zufriedenstellende Analyse ausgestellt worden und immerhin sind EZB-Prüfer auch am portugiesischen Bankenmarkt zu Werke, die Bücher zu sichten, ohne daß jedoch die Alarmglocken zu vernehmen gewesen wären. Stets werden die Probleme erst dann sichtbar, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Und selbst als die BES-Krise geradezu im sprichwörtlichen Sinne virulent zu werden drohte, spielte der portugiesische Ministerpräsident Pedro Passos Coelho die Problematik noch herunter, indem er behauptete, das angeschlagene Institut habe ausreichend Kapital für seinen Schuldendienst. Kaum war dieser Zweckoptimismus ausgesprochen, mußte die Krisenbank mit fast fünf Milliarden Euro europäischem Rettungsgeld unterstützt werden. Dies erhöhte weder das Vertrauen der Sparer in die Maßnahmen der politischen Krisenprophylaxe noch das Vertrauen der Banken untereinander.