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Donnerstag, 23 Oktober 2014 19:11

EZB beginnt mit Pfandbrief-Käufen

Frankfurt am Main - Heimlich, still und leise hat die Europäische Zentralbank (EZB) Anfang der Woche mit dem Ankauf von Pfandbriefen, sogenannten Covered Bonds, begonnen. Nach Angaben der Agentur Bloomberg soll es sich dabei um französische Papiere mit kurzer Laufzeit von der Société Générale und BNP Paribas sowie spanische Pfandbriefe handeln. Die Zentralbank selbst wollte sich zum Volumen der Käufe und zur Herkunft der Papiere bislang nicht äußern.

Frankfurt am Main - Noch vor einigen Wochen wäre der Banco Espirito Santo (BES) eine zufriedenstellende Analyse ausgestellt worden und immerhin sind EZB-Prüfer auch am portugiesischen Bankenmarkt zu Werke, die Bücher zu sichten, ohne daß jedoch die Alarmglocken zu vernehmen gewesen wären. Stets werden die Probleme erst dann sichtbar, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Und selbst als die BES-Krise geradezu im sprichwörtlichen Sinne virulent zu werden drohte, spielte der portugiesische Ministerpräsident Pedro Passos Coelho die Problematik noch herunter, indem er behauptete, das angeschlagene Institut habe ausreichend Kapital für seinen Schuldendienst. Kaum war dieser Zweckoptimismus ausgesprochen, mußte die Krisenbank mit fast fünf Milliarden Euro europäischem Rettungsgeld unterstützt werden. Dies erhöhte weder das Vertrauen der Sparer in die Maßnahmen der politischen Krisenprophylaxe noch das Vertrauen der Banken untereinander.

Paris - Die Beziehungen zwischen Europa und den USA werden frostiger. Schuld daran ist nicht nur die anhaltende Massenausspähung europäischer Bürger durch den US-Geheimdienst NSA. So warf der russische Präsident Wladimir Putin im Hinblick auf einen französisch-russischen Waffendeal den USA dieser Tage vor, Bank-Sanktionen dazu zu nutzen, um Frankreich für seine Rüstungsgeschäfte mit Rußland zu bestrafen.