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Athen - Nachdem lange Zeit Alexis Tsipras das Problemkind bei den Griechenland-Verhandlungen war, übernimmt nun Christine Lagarde diese Rolle, indem der IWF beginnt, aus dem einstimmigen Chor der vormaligen Troika auszuscheren. Erst jüngst  teilte der IWF den EU-Regierungschefs in einem Papier seine abweichende Einschätzung der griechischen Finanz- und Wirtschaftsverfassung mit. Doch auch nach den grundsätzlichen Übereinstimmungen der EU-Verhandlungsführer für ein an Reformvorgaben gekoppeltes drittes Hilfspaket in Höhe von 86 Mrd. €, erkennt der IWF keine ein solches Engagement rechtfertigende Perspektive hinsichtlich der Schuldentragfähigkeit Griechenlands. Merkels offen zur Schau getragener Wunsch, den IWF mit im Boot zu haben, erhöht nun Lagardes Einfluß. Von daher nimmt es nicht Wunder, daß der IWF wissen läßt, sich zunächst nicht an einem dritten Hilfspaket für den Pleitestaat zu beteiligen, es sei denn, es würde zusätzlich zu den griechischen Reformen eine weitere Bedingung des IWF erfüllt: ein weitreichender Schuldenerlaß!

Dresden - Im sächsischen Elbflorenz tagt inklusive des illustren Kreises von G 7 und Eurogruppe noch bis Sonntag die vormals als Troika bekannte Runde von Griechenlandgläubigern, konkret IWF, EZB und EU-Kommission, die nun als „Institutionen“ bezeichnet werden, um die weitere Kreditwürdigkeit Griechenlands - ungeachtet, ob es eine solche jemals besessen hat - zu beraten. Für Griechenland steht für den kommenden Monat Juni eine Kreditrückzahlung von 1,55 Mrd. € an den IWF an, 300 Mio. € davon werden bis zum 05.06. fällig, wobei fraglich ist, wie Athen dies stemmen will. Ebenso ist die Auszahlung noch möglicher Kredite in Höhe von  7,2 Mrd. € von einer einvernehmlichen Einigung aller drei Institutionen mit der griechischen Regierung bezüglich deren Reformpolitik abhängig. Am heutigen Freitag schließen die G 7-Vertreter ihren Teil der Beratungen ab, worüber Bundesfinanzminister Schäuble und Bundesbankpräsident Weidmann Bilanz ziehen werden. Zeitgleich befindet sich der wiedergewählte britische Premier David Cameron bei Kanzlerin Merkel in Berlin und ist bemüht, diese für seine EU-Reformpläne zu gewinnen, um einen Austritt seines Landes aus der EU im Zuge eines anstehenden Referendums abzuwenden.

Athen - Die Griechenland-Krise ist noch immer nicht gebannt, nun hat die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde angekündigt, dass sie sich nicht vorstellen kann, Griechenland einen Zahlungsaufschub zu gewähren. Lagarde dazu wörtlich: „Das wäre sicher kein Vorgehen, dass in der aktuellen Situation zu empfehlen wäre.“ Die griechische Regierung soll den IWF gebeten haben, fällige Raten aufschieben zu dürfen.

Frankfurt am Main - Da die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und der Euro-Zone massiv verschuldet sind und die Stabilitätskriterien längst nicht mehr einhalten, hat die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde nun einen provokanten Vorschlag unterbreitet. Auf der Konferenz von Zentralbankchefs der Banque de France forderte sie, die Höchstgrenze von 60 Prozent für die Gesamtverschuldung eines EU-Mitglieds abzuschaffen.