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Frankfurt am Main - In einem ausführlichen Interview mit der „Welt“ äußert sich der Chef-Ökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) Claudio Borio kritisch zur lockeren Geldpolitik der Zentralbanken - beispielsweise ließ auch die FED durchklingen, womöglich doch länger als jüngst geplant an der Niedrigzinspolitik festzuhalten - und wies auf bestimmte Krisensymptome hin. Borio arbeitete schon unter seinem Vorgänger William White in der selben BIZ-Abteilung, als dieser seinerzeit vor der Finanzkrise 2007/2008 warnte. In seinem aktuellen Interview ließ er unmißverständlich verlauten: “Die jetzige Konstellation scheint nicht nachhaltig und hat bereits zu gewissen Übertreibungen geführt. In dieser Hinsicht ähnelt die Situation durchaus der Phase vor der Finanzkrise, als wir ebenfalls vor zu viel billigem Geld gewarnt haben”. Es habe sich, laut dem BIZ-Banker, zwar mit Blick auf die Bankenregulierung vieles getan, jedoch sieht er vergleichbar zu der Situation vor etwa sieben Jahren das weltweite Zinsniveau für eine langfristige Preis- und Finanzstabilität zu niedrig.