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Berlin – Die Situation landwirtschaftlicher Betriebe hat sich seit Jahren verschlechtert und insbesondere für Schweinezüchter und Milchbauern ist die derzeitige Entwicklung oftmals sogar als existenzgefährdend zu bezeichnen. Insbesondere Letztgenannte benötigten politische Entlastungsprogramme, die deren Einkommens- und Liquiditätsprobleme zu beheben hülfen. Dies bestätigte auch Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), der auf dem Landesbauerntag in Sachsen-Anhalt von einer Marktkrise sprach und Bürgschaftsprogramme, steuerliche Entlastungen, Nachbesserungen im Kartellrecht sowie ein konsequenter Abbau von Bürokratie forderte. Der Bauernverbandspräsident Rukwied warnt vor Strukturbrüchen und verweist auf Wertschöpfungsverluste, die sich mittlerweile auf mehrere Milliarden Euro beliefen. Neben dem Lebensmitteleinzelhandel, der mit seiner Niedrigpreisstrategie bei Lebensmitteln die Grundlage der bäuerlichen Landwirtschaft in Deutschland gefährdet, kann auch das Freihandelsabkommen TTIP zum Problem für die deutsche Landwirtschaft werden.

Donnerstag, 04 Februar 2016 03:03

Dramatische landwirtschaftliche Lage!

Rosenheim – Trotz der diversen volks- und weltwirtschaftlichen Sollbruchstellen geben viele Branchen in Deutschland auch für 2016 eine allgemeine Wachstumsprognose ab. Inwieweit diese durch nachträgliche Korrekturen eines Besseren belehrt werden, wird sich zeigen. Zu denken geben sollte jedoch, wenn der landwirtschaftliche Bereich gleich zu Jahresbeginn eine trübe Aussichtslage zeichnet. Eine Nation ist gut beraten, auch in Zeiten, in denen die wirtschaftlichen Debatten von digitaler Offensive und Industrie 4.0 dominiert werden, dem sprichwörtlich bodenständigen Sektor als einem nicht unerheblichen Fundament die gebührende Aufmerksamkeit zuzumessen. In der Branche ist nicht erst seit gestern von einer sogar als dramatisch bezeichneten schlechten Lage die Rede. Diese Situation scheint sich nach Ansicht der Landwirtschaftsvertreter unverändert weiter fortzuschreiben, wenn nicht gegensteuernde Maßnahmen ergriffen werden, bei denen die Politik gefragt ist.

Berlin – Einer aktuell verabschiedeten Erklärung des deutschen Bauernverbandes ist in wesentlichen Punkten die Einschätzung der gegenwärtigen Entwicklung des Agrarsektors und die Forderung der deutschen Landwirtschaft an die nationale und internationale Politik zu entnehmen. Deren Bedeutung ist abgesehen vom gesellschaftlichen Beitrag der Landwirtschaftsbetriebe auf kultur- und umweltfachlichem Gebiet vor allem aufgrund des direkten Zusammenhangs mit unserer Ernährungssituation hinsichtlich Versorgungssicherheit, Preisentwicklung und Qualität nicht gering zu schätzen. In den vergangenen 20 Jahren haben sich die deutschen Agrarausfuhren mehr als verdreifacht, die Importe verdoppelt, wobei Deutschland dabei stets Nettoimporteur von Agrarprodukten und Lebensmitteln ist. Nach wie vor ist der heimische Markt mit einem geschätzten Absatzanteil von etwa 75 % der Dreh- und Angelpunkt für die deutsche Landwirtschaft. Rund 20 % der Erzeugung gehen in die Länder der Europäischen Union, lediglich der verbleibende Teil in Drittlandsmärkte.