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Wien - Je stärker die Zuwanderung, desto wichtiger, aber auch umso schwieriger ist der Integrationsprozeß, an dessen erster Stelle der Erwerb ausreichender Sprachkompetenz steht. Wo dies nicht bereits im Ursprungsland der Zuwanderer vor deren Migration geschieht, wird versucht, in den Zielländern der Migranten über  Sprachkurse die nötige Voraussetzung für eine nachfolgende Integration zu schaffen. Zumindest tun sich die Republiken Deutschland und Österreich in dieser Praxis hervor. Selbige Kursangebote kosten allerdings nicht unerheblich Geld, das zumeist nicht von den Migranten selbst, sondern den Steuerzahlern kommt. Dennoch unterliegt, und dahingehend auch die  Kritik der Freiheitlichen, die Frage nach dem Erfolg solcher Sprachkurse keiner Kontrolle. Eine alleinige Anwesenheit jedoch bietet keine Gewähr dafür, daß nicht einzig Steuermittel vergeudet werden, an denen sich einzelne angebliche Bildungseinrichtungen bereichern, ohne eine nachvollziehbare integrationsförderliche Zielerreichung zu garantieren.

Bozen - Die Süd-Tiroler Freiheit läßt nicht nach, der deutschen Muttersprache im öffentlichen Bereich Südtirols ihren gleichberechtigten Status zu erstreiten. Konsequent deckt sie Fälle sprachlicher Diskriminierung auf und setzt sich für die Behebung derartiger Mißstände politisch ein. So auch aktuell im Sinne deutschsprachig orientierter Versicherungsnehmer. Grundsätzlich ist die Gesetzeslage eindeutig und räumt jedem Versicherungsnehmer das Recht ein, sämtliche Vertragstexte und anderweitig damit im Zusammenhang stehenden Mitteilungen von Pflichtversicherungen auch in deutscher Sprache zu erhalten. Doch ist Papier bekannterweise oftmals geduldig – so auch in diesem Falle. Eine seitens der Süd-Tiroler Freiheit eigens eingerichtete Arbeitsgruppe „Recht auf Muttersprache“ stellt anhand einer Umfrage fest, daß sich Versicherungsgesellschaften teilweise weigern, ihren Kunden die Vertragstexte auch in deutscher Sprache vorzulegen.

Bozen - Die im Landtag vertretene Bewegung Süd-Tiroler Freiheit wird ihrer Rolle als Sprachrohr der Tiroler in jeder Hinsicht gerecht, vor allem, weil sie zuvorderst der Muttersprache eine Stimme gibt. Stärkster kultureller Ausdruck eines Volkstums ist seine Sprache und deren Zurückdrängen bedeutet folglich einen enormen Anschlag auf das Selbstbestimmungsrecht. Wo Papier geduldig ist, muß im sprichwörtlichen Sinne die Stimme erhoben werden, und dies übernimmt die Süd-Tiroler Freiheit auch in der Junisession des Landtags wieder, nachdem ungeachtet seit mehr einem Vierteljahrhundert bestehender Sprachdekrete sich nach wie vor Verletzungen der Gleichstellung der Sprachen in Süd-Tirol zu verzeichnen sind.

Meran - Es gibt wohl kaum ein stärkeres identitätsstiftendes Element als die Sprache, und wenn Herder sagte, Völker seien die Gedanken Gottes, so ist Sprache wohl das Alphabet dieser göttlichen Gedanken. Unzweifelhaft aber ist Sprache mehr als nur reines Kommunikationsmittel, sondern vermittelt Zugehörigkeit und Zwiesprache über Generationen hinweg. Man könnte auch sagen, Sprache ist Wort gewordene Heimat. In speziellen Begriffsbildungen und grammatikalischen Wendungen spiegeln sich vielfach gewachsene Denkmuster und Anschauungssysteme wider. Nicht zuletzt deshalb organisieren sich viele Vereine, die sich der Sprach- bzw. Dialektpflege verpflichten. Von besonderer Bedeutung ist dies für ethnische Gruppen, die gegen ihren Willen zu Minderheiten in einem fremdnationalen Staat wurden. Wie wichtig die deutsche Muttersprache für die Süd-Tiroler seit der Annektierung ihres vaterländischen Stücks Heimat stets gewesen ist, war beeindruckend im Wirken der sogenannten Katakombenschulen während der Zeit einer regelrechten Sprachverfolgung seitens des italienischen Staats zu erkennen.

Berlin - Das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) an der Humboldt-Universität hat in einer neuen Studie festgestellt, dass die Deutschen überwiegend ein positives Selbstbild haben und sich stark mit ihrem Land identifizieren. Die NS-Vergangenheit wird hingegen kaum noch als Belastung wahrgenommen. Gleichzeitig verdeutlicht die Untersuchung, dass weiterhin starke Vorbehalte gegenüber Muslimen bestehen.

München - Wolfgang Herrmann, der Präsidenten der Technischen Universität München will alle Masterstudiengänge seiner Fakultät auf Englisch umstellen. Das geht aus einer Besprechung mit dem Hochschulrat hervor. Während die Bachelorstudiengänge vorerst auf Deutsch bleiben sollen, strebt Herrmann die Umstellung aller 99 Masterfächer in die englische Sprache an. Derzeit würden rund ein Drittel bereits in dieser Fremdsprache unterrichtet. "Englisch ist die lingua franca in Wissenschaft und Wirtschaft", sagt Herrmann. "Es ist Aufgabe einer Hochschule, die Studenten darauf vorzubereiten." Nur so könne die TU langfristig im internationalen Wettbewerb mithalten. Die Umstellung soll bis 2017 erfolgen. Während der Hochschulrat zunächst verhalten reagierte und eine Umstellung bis 2020 für ausreichend hält, regt sich Unmut unter den Studenten. Diese kritisieren den darin enthaltenen Zwang. Der tue nicht Not, denn wer möchte, könne bereits jetzt englischsprachig seinen Abschluss machen. Sie plädieren dafür, dass jede Fakultät selbst entscheiden darf, in welchen Sprachen sie ihren Unterricht anbietet.

Hamburg - Sprachwissenschaftler sind sich einig darin, daß sich in Deutschland ein stillschweigender „Sprachwandel" vollzieht. Viele Linguisten sehen aber in einer rudimentierten Jugend- oder Zuwanderersprache nicht etwa Zeichen des kulturellen Niederganges, sondern ein Indiz der „Bereicherung". So soll auch „Kanaksprak", das von schlecht integrierten Jugendlichen mit „Migrationshintergrund" gesprochene Idiom, jetzt als „Kiezdeutsch" aufgewertet werden.

Hamburg - Die deutsche Sprache ist nach wie vor eine sehr ausdruckstarke, präzise und wortreiche Sprache. 135.000 Stichwörter stehen deshalb im Rechtschreib-Duden. Ein durchschnittlicher erwachsener Deutscher braucht natürlich von diesem riesigen Wortbestand nur einen Teil für das tägliche Leben. Etwa 50.000 Wörter, und 12.000 bis 16.000 Wörter verwendet er beim alltäglichen Sprechen.